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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 17:13 Uhr

Woserin : Alte Malereien werden freigelegt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei der Restaurierung in der Woseriner Kirche kommen Arbeiten aus der Gotik und Renaissance zum Vorschein.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 15:53 Uhr

Ulrike Triebel sitzt auf ihrem Hocker hoch oben auf dem Gerüst und rührt

eine Spachtelmasse an. Die verwendet sie zum Restaurieren der Kircheninnenwand in Woserin. Die Berliner Restauratorin hatte im vorigen Jahr gemeinsam mit ihrem Berufskollegen Matthias Jahn aus Schwerin die Renaissancefassung am Kirchengewölbe freigelegt und restauriert. Ein Engel schaut nun wieder auf die Kirchengänger herab.

„Wir haben nur einen Bildausschnitt freigelegt. Es ist nicht mehr üblich, die kompletten Malereien freizulegen. Man zeigt nur noch ein Stück, wie es gewesen war“, so die Berlinerin. Anfang September begannen die Restaurierung der Wand

unterhalb des Chorgewölbes. In den nächsten Jahren geht es weiter. „Ich bin dabei, die Wandoberfläche in Ordnung zu bringen. Wir haben gotische Malereien aus der Bauzeit um 1235 freigelegt und auch Renaissance-Malereien. Putz- und Malschichten waren oftmals miteinander verklebt und hatten sich mit dem Mauerwerk verbunden. Dann müssen wir alles vorsichtig voneinander lösen und die Malschicht wieder auftragen. Es sind mehrere Malschichten übereinander zu finden aus den verschiedenen Epochen. Man entscheidet sich für eine Epoche, die man zeigen möchte, und legt sie frei. Diese Fassung, an der ich gerade arbeite, stammt aus dem 19. Jahrhundert“, erzählt Ulrike Triebel. Blaue und Rote Ornamente schimmern an der Kirchenwand. 

Vor allem haben Wasserschäden ihre Spuren an dem alten Gotteshaus hinterlassen. Diese werden in den Folgejahren nach und nach ausgebessert, einige werden bestehen bleiben. Diese Spuren, die nicht restauriert werden, zeigen die Geschichte eines Bauwerks auf. Die Fensterlaibungen werden oberhalb mit frischer Farbe versehen. Die wird aus Pigmenten und Leimen angerührt nach dem Originalfarbton. Andere Teile des Inneren werden mit Japanpapier beklebt. Die Malfassungen darunter bleiben somit für spätere Zeiten erhalten und können dann jederzeit freigelegt werden.   

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