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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 10:25 Uhr

Sternberg : Als Heizer auf der „Gummibahn“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Peter Falow fuhr zwischen Wismar und Karow. Der Freundeskreis historischer Eisenbahnuniformen brachte zusätzlich Nostalgie ins Bahnhofsfest.

von
erstellt am 25.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Sie fielen beim Bahnhofsfest am meisten auf – die nobel gekleideten Damen und noch mehr die adrett aussehenden Herren. Sie gehören dem Freundeskreis historischer Eisenbahnuniformen Schwerin an. Der umfasst aktuell 15 Mitglieder, sagt Roland Suppra aus Plau am See, ehemalige Eisenbahner und jetzt im Ruhestand. „Wir kommen aus allen Gegenden, kennen uns aus der Dienstzeit und lassen die Tradition hoch leben“, erklärt Suppra. Eisenbahner sei für sie „nicht nur Beruf, sondern auch Berufung gewesen“. Und was ihr Äußeres hier in Sternberg betreffe, seien das „keine Operettenuniformen“. Nach alten Fotos und Schnittmustern seien die originalgetreu wieder angefertigt worden, betont Suppra, sowohl von der mecklenburgischen als auch der preußischen Bahn.

Peter Falow gibt einen Bahnhofsvorsteher 1. Klasse der Großherzoglich Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn, die bis zum Übergang der Länderbahnen auf das Deutsche Reich im Jahre 1920 eigenständig existierte. Die Gattin, in deren Rolle Hannelore Falow geschlüpft ist, wurde damals Frau Oberbahnhofvorsteher genannt.

Falow fuhr in seiner Ausbildungszeit als Heizer und Lokführeranwärter auf der Strecke Wismar-Karow, die durch Sternberg führte. Sie wurde Gummibahn genannt, weil die Gleise nicht auf Schotter lagen, sondern nur ein Kiesbett hatten, erklärt Falow. „Eine andere Bezeichnung war Wildbahn, denn unterwegs gab es oft Tiere des Waldes zu sehen.“ Für ihn sei es die landschaftlich schönste Strecke weit und breit gewesen, erzählt Peter Falow, dessen Onkel Hans Falow erster Bahnhofsvorsteher nach 1945 in Sternberg gewesen sei.

Die erste Reichsbahnuniform nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Verbot seitens der Besatzungsmacht aufgehoben war, trägt Wolfgang Kroll. Dies sei ein Original, wie es unter Sammlern sehr gefragt sei. Dazu passt die Kelle, mit der dem Lokführer beim Halt auf dem Bahnhof die Abfahrt angezeigt wurde. Die Reichsbahnuniform sieht vielleicht nicht ganz so chic aus wie die aus früheren Zeiten, doch es ist das Original.

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