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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. Oktober 2017 | 14:46 Uhr

Musikalischer Genuss : Alphörner bis in die Ukraine

vom
Aus der Onlineredaktion

„Mecklenburger Alphörner“ – auch im Ausland immer interessanter?

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 09:00 Uhr

Bereits vor einem Jahr meldete sich ein russisches Politmagazin mit einer Anfrage zum historischen „Mecklenburger Alphorn“ und bat um Veröffentlichungsrechte im St. Petersburger Stadtmagazin. Dem stand nichts im Wege. Zeigt es doch, dass gerade die kulturhistorische Seite des „Mecklenburger Alphorns“ auch auf das Interesse osteuropäischer Länder gestoßen ist. Kulturhistoriker aus Polen, Lettland, Litauen, Estland, Russland und der Ukraine zeigen Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte des Nordischen Alphorns.

In Mecklenburg-Vorpommern kann seit jüngster Zeit nachgewiesen werden, dass sich das Gebiet um Parchim – mit dem über eintausend Jahre alten Handelsplatz, dem Loddigsee am alten Eldebogen bei Parchim – historisch gesehen zu einem Drehkreuz auch hinsichtlich der Verbreitung des heute bekannten Alphorns von Nord kommend, nach Süd, West und Ost vollzogen hat.

Somit ist zu verstehen, dass mehr und mehr Musikhistoriker der angrenzenden Länder wissen möchten, woher das bzw. ihr Alphorn, geschichtlich gesehen, herkommt.

Auf einer Veranstaltung in Kambs bei Bollewick trafen sich Vertreter des Behindertenverbandes der Ukraine unter anderem auch mit den Bläsern der „Mecklenburger Alphörner“, also der Witziner Gruppe. Verblüffend war das große Interesse der mitgereisten ukrainischen Künstlerdelegation zum „Mecklenburger Alphorn“ und seiner Geschichte. Dabei war zu erfahren, dass es in der Ukraine eine regelrechte Alphornszene gibt, ähnlich wie auch in den heutigen Masuren, in Bulgarien, Rumänien usw..

Im Ergebnis dieses erlebnisreichen Zusammentreffens in der Kunstscheune von Kambs wurden für das Jahr 2018 gegenseitige Austauschmöglichkeiten zum historischen Alphorn in Erwägung gezogen. Sollte dieser angestrebte Kulturaustausch in Sachen „Alphorn im Norden“ stattfinden, müsste die zweite Ausgabe des Buches „Das Mecklenburger Alphorn“ um einige historische Anmerkungen erneut erweitert werden. Bisherige Erkenntnisdaten zur Erforschung des „Mecklenburger Alphorns“, endeten bisher an der östlichen Grenze der Masuren.

Im heutigen Mecklenburg-Vorpommern hat der Stavenhagener Eremit und Hirte Adam-Friedrich Kliefoth das erste Alphorn gebaut und zum Klingen gebracht, der Schriftsteller Fritz Reuter hat diesen Moment von 1820 als Erlebnis in seinen dichterischen Werken vermerkt und verewigt.

Diese Ergebnisse könnten dem Ziel dienen, das „Mecklenburger Alphorn“ als immatrielles Landeskulturgut eintragen zu lassen, ein weiteres Stück näher zu kommen.

 

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