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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 20:30 Uhr

Badestelle gesperrt : Algenalarm am Woseriner See

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wasser an der Badestelle mit beängstigender Färbung / Landkreis empfiehlt, nicht zu baden / Montagabend drei Feuerwehren im Einsatz.

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 17:58 Uhr

Besorgnis bei Einwohnern: Der Woseriner See ist an der Badestelle beängstigend gefärbt. An der Oberfläche wechseln sich nach Sonneneinstrahlung Grün, Blau und ein knalliges Türkis ab. Doch das ist nicht nur ein schwimmender Teppich, die Färbung reicht tiefer. Und an der Uferkante zieht sich ein etwa fünf Zentimeter breiter, türkisfarbener Streifen entlang. Den haben die Wellen hinterlassen, von einer leichten Brise ans Ufer gedrückt.

Montag gegen 18 Uhr haben Einwohner die Polizei verständigt. Sie befürchteten, dass Farbe oder andere Chemikalien den See verunreinigt
haben könnten. Die Leitstelle alarmiert die freiwilligen Feuerwehren Borkow, Dabel und Sternberg. Bis gegen 22 Uhr dauert ihr Einsatz, doch ändern können sie nichts. Die Badestelle wird mit Flatterband abgesperrt.


Als hätte jemand Farbe ins Wasser geschüttet

In dieser Farbe habe sie den See noch nie gesehen, sagt Regina Rosenfeld, Bürgermeisterin der Gemeinde Borkow, zu der Woserin gehört. „Wenn der See blüht, sieht er grünlich aus. Blaualgen gab es hier auch schon. Aber so was wie jetzt kenne ich nicht.“

Heike Czubak, Fachgebietsleiterin Wasser und Boden beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, kann nachvollziehen, dass die Woseriner „irritiert“ sind durch das „aggressive“ Türkis. „Es sieht wirklich so aus, als hätte jemand Farbe ins Wasser geschüttet.“ Doch es handele sich um eine Blaualge, die nicht oft vorkommt, „aber immer wieder mal“, voriges Jahr in einem See östlich von Schwerin. Czubak war am Montagabend ebenfalls vor Ort und hat Proben entnommen. „Farbe würde am Probebecher oder an den Händen haften bleiben. Das war hier nicht so“, sagt die Frau von der Umweltbehörde gestern am Telefon. Solche Blaualgen, genau gesagt seien es Cyanobakterien, wären selbst für Mitarbeiterinnen in ihrem Bereich neu. „Man muss die paar Mal gesehen haben, um sie als Blaualgen zu erkennen“, erklärt die Fachfrau. „Wenn die ans Ufer getrieben werden, bilden sich auf der Wasseroberfläche ein ziemlich fester Film und Schlieren.“ Weil aber nicht nur die obere Schicht betroffen sei, würde ein Versuch, die Algen abzusaugen, fehlschlagen. Eher wäre der See halb leer.

Das sind Cyanobakterien, sagt Sylvia Kraeplin vom Fachdienst Gesundheit, der sich nun mit dem Problem befasst, gestern auf den ersten Blick. „Jedenfalls zu 99 Prozent bin ich mir sicher.“ Die erste Wasserprobe nimmt sie, um vor Ort den ph-Wert zu bestimmen. Der sei mit 8,4 in Ordnung, erfordere nicht zwingend ein Badeverbot. Doch die Algen könnten auf der Haut Reizungen hervorrufen. Auch sei Übelkeit möglich, wenn jemand beim Schwimmen Wasser schluckt. Und wer wolle schon in diese Brühe steigen. Schade, bei dem jetzt angekündigten schönen Wetter. Doch sie empfehle dem Ordnungsamt in Sternberg, so Kraeplin, dass dort das Baden derzeit unterbleiben sollte. Von heute auf morgen könnten die Algen weg sein. Viel hänge von der Windrichtung ab. Anfang Mai bei der vierwöchigen Messung der Wassergüte an der Badestelle sei der Woseriner See klar gewesen. Das Ergebnis einer weiteren Probe, die sicherheitshalber in ein Labor ging, werde morgen erwartet.

Sternbergs Ordnungsamtsleiter Eckardt Meyer rät gegenwärtig auch vom Baden in dem See ab. Die Behörde werde täglich die Badestelle kontrollieren und umgehend Entwarnung geben.

 

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