Krankenhaus Warin : Ärzte bildeten Fachkräfte mit aus

Stellvertretend für die sechs Durchgänge der Schwestern Abendschulen hier die „Schüler“ der 3. Abendschule.
Stellvertretend für die sechs Durchgänge der Schwestern Abendschulen hier die „Schüler“ der 3. Abendschule.

Die Geschichte des Wariner Krankenhauses / Teil 3

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16. Februar 2018, 12:00 Uhr

In einer losen Folge wird die Geschichte des Wariner Krankenhauses, von der Gründung am 1. Juli 1948 bis zur Schließung am 30. Juni 1997, erzählt. Auch im Teil 3 geht es wie im vorherigen um die Zeit, in der ein leistungsfähiges medizinisches Zentrum aufgebaut wurde. In der kollektiven Erinnerung wird sie als gute Zeit bewahrt. Als Quelle diente dem Autor die Chronik des Krankenhauses.

Die Krankenhausleitung suchte intensiv nach Möglichkeiten der Erweiterung durch Einbeziehung des Amtsgerichtes, der Webschule oder durch eine Verbindung des Haupthauses mit dem umgebauten Marstall? Letzteres wurde weiter verfolgt. Die aufwendigen Planungen von 1963/64 scheiterten. Die Zustimmung der Staatsorgane war an die Errichtung einer Kläranlage gebunden und das sprengte das Kostenbudget. Nach Fertigstellung der Kläranlage 1977/78 dauerte es dennoch Jahre. Grundsteinlegung für den Zwischenbau war 1985.

Ein weiteres Problem löste die Leitung des Krankenhauses aus eigenen Kräften. Es fehlten ausgebildete medizinische Fachkräfte. Ab 1951 führte man Abendschulen durch. Die Ärzte übernahmen die wesentliche Ausbildung. 1954 zogen in den hinteren Teil der Baracke 25 Auszubildende ein. Die „blauen Mädchen“ bereicherten nicht nur das Krankenhausleben. Bis 1967 wurden 160 Frauen zu praxisorientierten und leistungsstarken Krankenschwestern und medizinischen Hilfskräften ausgebildet. Sie zählten mit zu den Trägern des guten Rufes des Krankenhauses. Man kann nicht alle nennen, die so verdienstvoll tätig waren. Für sie alle steht die hohe Auszeichnung des ärztlichen Direktors des Krankenhauses Dr. E. von Fircks, 1960, als „Verdienter Arzt des Volkes“. Von weit über das eigentliche Einzugsgebiet hinaus wählten Kranke, insbesondere für Magenresektionen, das Wariner Krankenhaus.

Nach 20 Dienstjahren im Krankenhaus Warin musste Dr. E. von Fircks aus gesundheitlichen Gründen am 1. Februar 1969 den Dienst endgültig quittieren. Da konnte er auf beeindruckende Zahlen zurückblicken. In den ersten 20 Jahren versorgte das Wariner Gesundheitszentrum 54500 Patienten stationär, 650 000 Patienten ambulant und 7500 Kinder wurden hier entbunden. 1966 sogar einmal Drillinge.
Die Leitung des Krankenhauses übernahm bis 1982 Dr. K.-H. Baasner.

Mit den Jahren hatten sich die Standards in der medizinischen Versorgungsleistung und die Möglichkeiten in den großen Krankenhäusern erhöht. Da geriet das Wariner Krankenhaus bei der staatlichen Förderung ins Hintertreffen. Die aber war bei den baulichen Voraussetzungen bitter nötig.

1977 schädigte, als das Dach des Haupthauses neu gedeckt wurde, ein starker Sturzregen das Gebäude erheblich. Decken und Wände brachen ein. Die gesamte chirurgische Station musste geschlossen werden. Nun erst wurden die notwendigen Erneuerungen durchgeführt. Danach setzte ein Aufschwung ein und das, so ist es in der Chronik des Krankenhauses zu lesen, „war notwendig, das angenagte Ansehen wieder erheblich aufzuwerten.“

Von diesem neuen Schwung und von den Leistungen des Wariner Krankenhauses berichtet der Teil 4 der kurzgefassten Geschichte des Krankenhauses: Bis zum bitteren Ende.

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