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Kind stürzt mit Fahrrad, Rettungswagen muss Umweg fahren : Ärger um löchrigen Weg in Warin

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Ärger um den löchrigen Verbindungsweg in Warin zwischen Schweriner Straße und Feriensiedlung am Glammsee. Mehrere Bürger beklagten sich, dass die Kommune ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommt.

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2012 | 09:27 Uhr

Warin | Ärger um den löchrigen Verbindungsweg in Warin zwischen Schweriner Straße und Feriensiedlung am Glammsee. Mehrere Bürger beklagten sich gegenüber SVZ, dass die Kommune ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommt. Einen dramatischen Fall schildert Ferienhausbesitzerin Frauke Linke. Ihr Mann erlitt einen Schlag anfall, bei dem es auf jede Sekunde ankam. Doch aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse verging unnötig Zeit, bis die Helfer im Feriendorf waren. Weitere Zeit ging auf dem Transport ihres Mannes ins Krankenhaus verloren, weil der Rettungswagen den Umweg über Waldheim nehmen musste, schreibt sie in einem Brief an SVZ.

"Müssen erst Menschen sterben", empört sich der Wariner Frank Krüger angesichts dieses Falls. Wenige Tage zuvor sei ein Kind mit dem Fahrrad gestürzt, weil es den Löchern nicht mehr ausweichen konnte. Es zog sich Schürfwunden zu, berichtet er auch in einem Leserbrief an die SVZ. Auch Krüger fordert, dass die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommt.

"Dass die Situation fürchterlich ist, steht außer Frage", so Bürgermeister Michael Ankermann. Die Stadt habe in diesem Jahr nichts an dem Weg gemacht, sagte er auf SVZ-Anfrage. Anders als in vergangenen Jahren, in denen die Löcher in gewissen Abständen zugeschoben wurden. Doch das wäre gerade angesichts des Wetters in diesem Sommer letztlich nur Makulatur gewesen, so Ankermann. Auch habe Warin kein Geld für solche Arbeiten im diesjährigen Haushalt geplant.

Die Stadt hat zwischenzeitlich einen anderen Weg Richtung Feriensiedlung ausgewiesen - über den Ortsteil Waldheim. Und dieser Weg sei auch befahrbar. Der Bauhof sei angewiesen, Löcher im kleinen unbefestigten Abschitt dieses Weges von Waldheim zur Siedlung mit Recyclingmaterial zu stopfen. Nächste Woche soll es einen Ortstermin mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg zur Wegeführung Am Glammsee geben, so der Bürgermeister. Bis dahin soll ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro die verschiedenen Varianten zur Anbindung der Feriensiedlung auch unter finanziellen Gesichtspunkten analysiert haben, um danach zu einem schnellen Ergebnis zu kommen.

Wie SVZ berichtete, gibt es seit Jahren Streit um den Zustand des Weges zur Feriensiedlung am Glammsee. Er gehört zu den wenigen in der Stadt, die seit der Wende nicht ausgebaut wurden. Vertreter der Kommune berichteten in den vergangenen Jahren immer wieder, dass Gespräche mit Besitzern der Ferienhäusern gescheitert seien. Dabei soll es vor allem immer wieder um die Kosten gegangen sein, die letztlich auch auf die Grundstücksbesitzer umgelegt werden müssten.

"Es gibt keinen Rechtsanspruch, dass jedes Haus auf dem kürzesten Weg erreichbar ist, so Ankermann. Und es gebe in Bezug auf die Verkehrssicherungspflicht auch keinen Anspruch auf eine absolut glatte Fahrbahn.

Ankermann hofft, dass der derzeit löchrige Weg direkt am Glammssee künftig nur noch für Radfahrer und Fußgänger erhalten bleibt - als Teil eines Rundwegs um den See. Dafür hatte sich in einem Grundsatzbeschluss auch schon eine Mehrheit der Stadtvertretung ausgesprochen, was wiederum

eine Bürgerinitiative in Waldheim auf den Plan rief. Sie sieht Probleme, dass der Verkehr zur Feriensiedlung künftig generell über diese Strecke fließt und befürchtet unter anderem ebenfalls Straßenschäden auf einem noch unbefestigten Teilabschnitt. Als weitere Variante wird derzeit geprüft, die Urlaubersiedlung über einen Weg, der von der Straße nach Waldheim hinter der Eigenheimsiedlung Am Glammsee abzweigt, anzubinden.

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