zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. August 2017 | 11:01 Uhr

Sternberg : Ältestes Modell aus Baujahr 1915

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Sternberger Markt war am Sonnabend Schauplatz für die Ausfahrt der Alt-Ford-Freunde aus ganz Deutschland.

Die Kulisse passt perfekt: Fast anderthalb Stunden lang rollen am Sonnabend Autos aus früheren und ganz frühen Baujahren auf den Sternberger Marktplatz. Sie machen vor dem Rathaus kurz Halt, können bestaunt und fotografiert werden; dazu gibt es für Interessierte technische Daten und Angaben zu den Fahrern.

Sie hatten sich am Stadtrand um 12 Uhr mit gebührendem Abstand in Bewegung gesetzt. Das Autohaus Dombrowski im Gewerbegebiet Rachower Moor präsentierte die Oldtimer-Rallye, bei der es weder um schnelle Zeiten ging noch irgendwelche Sonderprüfungen zu bewältigen waren.


Einige haben zu Hause eine ganze Flotte


Die Alt-Ford-Freunde sind ein deutschlandweiter Oldtimerklub für Fahrzeuge dieser Marke. 13 regionale Stammtische erledigen das Tagesgeschäft, erklärt Udo Becker, der aus der Nähe von Düsseldorf kommt. Einmal im Jahr findet ein großes Treffen statt. Am Himmelfahrtstag war Anreise ins Ferienresort Linstow, wo die meisten Teilnehmer auch übernachteten. Tags darauf unternahmen sie individuelle Touren, und es wurde „der formelle Teil“, wie Becker sagt, erledigt, die Jahresmitgliederversammlung. Und Sonnabend startet bei einem Fordhändler die gemeinsame Ausfahrt, der Höhepunkt des Treffens, diesmal in Sternberg. Am Nachmittag geht es über Güstrow zurück nach Linstow, wo die Armada aus liebevoll aufbereiteten und auf Hochglanz polierten Auto-Veteranen bis gestern Mittag zu sehen war.

Der Oldtimerklub hat rund 600 Mitglieder mit mehr als 1100 gemeldeten Fahrzeugen. Bei einigen stehe zu Hause eine ganze Flotte, erklärt Becker lächelnd die beinahe doppelte Anzahl der Wagen, darunter ab und an auch andere Marken. Beispielsweise ein Chevrolet Superior V Tourer, Baujahr 1926 und absoluter Exot auf der Starterliste in Sternberg. Das älteste Fahrzeug trägt anerkennend die Nummer 1, ein T-Modell von 1915. Es werde auch „Tinlizzy“ genannt, was frei übersetzt „Blechliesel“ heiße. Dieses Auto wird im nächsten Jahr 100. Es muss einst aus den USA eingeführt worden sein, vermutet Becker. Denn erst „in den niedrigen 1920er-Jahren“ seien die ersten Fords in Deutschland gebaut worden. „Sie kamen in mehreren Teilen mit einem Schiff und wurden in Berlin montiert“, so Becker. Erst später habe Konrad Adenauer, zu der Zeit kein Kanzler, sondern Oberbürgermeister von Köln, Henry Ford dazu gebracht, ein Werk am Rhein zu bauen. Die Nummer 16, die auf den Sternberger Markt rollt, ein Ford Taunus G73A von 1939, wurde in Köln entwickelt und produziert. Er gilt wegen seiner Form als „der älteste Buckel“ in Deutschland, gebaut bis 1940. Dann habe Ford die Produktion auf Kriegsgerät umstellen und Lastwagen für die Wehrmacht bauen müssen. 1948 sei der Taunus dann noch einmal in die Produktion gegangen.

Knapp 90 Fahrzeuge haben schließlich den Sternberger Markt überquert, darunter Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz und Norwegen. Das H auf den Kennzeichen steht für historisches Fahrzeug und sichert dem Halter einen Pauschalbetrag bei Steuer und Versicherung. Die Berechnung nach Hubraum oder Abgaswert wäre teuer, sagt Becker. Es sind auch jüngere Modelle dabei, die erst Oldtimer werden wollen. Vielleicht sind sie es schon das nächste Mal in Sternberg.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Jun.2014 | 17:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen