Sternberg : Adventskalender macht die Runde

Fröhlich öffnet Christa Schlicht beim Klönsnack im Sternberger Vereinshaus das zweite Türchen (2.v.r.), von ihren Tischnachbarinnen Brigitte Oelke (r.), die den Anfang gemacht hatte, und Karin Güttner ebenso vergnügt beobachtet.  Fotos: Rüdiger Rump
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Fröhlich öffnet Christa Schlicht beim Klönsnack im Sternberger Vereinshaus das zweite Türchen (2.v.r.), von ihren Tischnachbarinnen Brigitte Oelke (r.), die den Anfang gemacht hatte, und Karin Güttner ebenso vergnügt beobachtet. Fotos: Rüdiger Rump

Die Sternberger Klönsnacker beschäftigten sich mit dem Ursprung der Vorweihnachtszeit. Nach vielen Informationen durfte jeder Gast ein Türchen öffnen.

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28. November 2014, 16:14 Uhr

Der Adventskalender, dessen erste Tür an diesem Montag geöffnet wird, hat seinen Ursprung vor rund 175 Jahren. Das Zählen der Tage bis Weihnachten geht auf Johann Hinrich Wichern zurück. Der Leiter eines evangelischen Knaben-Rettungshauses verwendete 1838 einen Kronleuchter mit Kerzen, die bei den täglichen Andachten im Betsaal angezündet wurden. Alle Bewohner des „Rauhen Hauses zu Horn bei Hamburg“ kamen zusammen und sangen Lieder. Diese Form des Adventskalenders wurde 1846 im Rettungshaus für Knaben in Duisburg abgewandelt. An einen Adventsbaum wurden täglich ein Licht und ein von den Kindern handgeschriebener Bibelspruch angeheftet.


Bäumchen, Häuschen, Striche, Himmelsleiter


Elke Rödiger von den Sternberger Klönsnackern hatte sich ausführlich belesen und beim monatlichen Treff im Vereinshaus Alter Bahnhof
einiges zu erzählen. Übrigens auf Hochdeutsch, wenngleich bei den unterhaltsamen Nachmittagen Platt gepflegt wird. „Dat geit stramm up Wihnachten tau!“ war diesmal das Motto. Wer kein Plattdeutsch spricht, vielleicht nur einige Brocken versteht, ist jedoch ebenso herzlich eingeladen.

Auch über die vielen Formen des Adventskalenders konnte Elke Rödiger informieren. Das Adventsbäumchen wurde täglich gefüllt, auch das Adventshäuschen, das schon wie heute Türen hatte. Hinter denen gab es allerdings keine Süßigkeiten zu entdecken. Zu alten Bräuchen zählen ebenfalls Strohhalmstecken oder Strichkalender, mit dem ärmere Familien die Tage bis Weihnachten zählten, die Himmelsleiter mit einer Stufe für jeden Tag oder der lebendige Adventskalender, der in Brüel wieder aufgelebt ist und nun auch in Witzin Einzug halten soll. „Ich will nicht zu lange erzählen“, kündigte Rödiger den Schluss ihres Vortrags an. „Du hast bis zum 24. Dezember Zeit“, gab ihr Jürgen Klabunde schmunzelnd Zeit. Er gehört ebenfalls zu den fünf Klönsnackern des Heimatvereins, die die Treffs am letzten Mittwoch im Monat inhaltlich vorbereiten.

Was den Adventskalender betrifft, sprechen Quellen von vielen Vorläufern, die mehr oder weniger zeitgleich an verschiedenen Orten entstanden. Wikipedia zufolge veröffentlichte die Evangelische Buchhandlung in Hamburg 1902 den ersten gedruckten Kalender in Form einer Weihnachtsuhr für Kinder mit den Zahlen 13 bis 24 auf dem Zifferblatt. 1903 brachte der Münchner Verleger Gerhard Lang einen gedruckten Kalender mit dem Titel „Im Lande des Christkinds“ auf den Markt.

„Früher gab es Adventskalender im Papiergeschäft und heute im Lebensmittelmarkt“, brachte es Jürgen Klabunde im Mecklenburger Platt auf den Punkt. „Die sind manchmal so groß wie ein Kleiderschrank, mit Fläschchen für die Herren und Flakons für die Damen.“ Es gäbe auch literarische Adventskalender für Kinder und für Erwachsene, kam es aus der Runde. Mancher erinnerte sich, wie die Kalender mit Bildern gehütet, die Türen ganz vorsichtig geöffnet wurden, damit das gute Stück im nächsten Jahr wieder genommen werden konnte. Oder mit Streichholzschachteln wurden kleine Fächer für Süßigkeiten gebastelt.

Heitere Geschichten und Gedichte bei Kaffee und Kuchen rundeten den geselligen Nachmittag ab. Der Kuchen kam diesmal nicht von Chefköchin Annelie Mühlbauer, sondern von Ingeborg Schnieders und Jürgen Materlik aus Dabel, zwei neue Mitglieder im Heimatverein. Und passend zum Thema machte ein Kalender, gefüllt mit Figuren aus Schokolade, die Runde.

Für Brigitte Oelke, Christa Schlicht und Karin Güttner ist der Klönsnack immer eine schöne Veranstaltung und die beste Gelegenheit, wieder mal Plattdeutsch zu hören und zu sprechen. Denn das mögen sie zu gern.

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