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Nostalgie-Museum in Dabel : „Abstecher“ in den DDR-Alltag

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Nostalgie-Museum öffnet am 1. Mai im Dabeler „Storchennest“ seine Pforten. Thüringer Familie Schmied lässt „alte Heimat aufleben“

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erstellt am 18.Apr.2016 | 21:00 Uhr

An diesem 1. Mai gibt es  aber auch ein Novum: Das Dabeler Feriendorf „Storchennest“ lädt zu einer besonderen Eröffnung ein –  eines DDR-Museums. Betreiber ist die Thüringer Familie Schmied, die das Objekt des ehemaligen Ferienlagers Calbe gekauft hat. Die Schmieds nennen die Ausstellung eine „Zeitreise“ mit dem Untertitel „DDR-Alltag“. Auf etwa 200 Quadratmetern Fläche sind über 5000 Exponate zu sehen. Verbunden ist die  Museumseröffnung mit einem bunten Familienfest mit Hof- und Trödelmarkt sowie mit einem Kinderflohmarkt.

Hier im Museum gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Schon beim Eintritt kommt man sich wie im ehemaligen Dorfkonsum vor. Nur mit dem Unterschied, dass es in Letzterem längst nicht so viel gab. Dass Mangelware herrschte.

Von „Juwel“, Ata bis hin zu Amtspapieren

Angefangen bei Lebensmitteln über Gewürze, Alkoholika, Süßigkeiten sind im Dabeler DDR-Museum auch viele Hygieneartikel und Waschmittel zu sehen. So  finden sich ein  „Klarer“ mit Namen „Juwel“ und ein Kakao-mit-Nuss-Likör.  Bei den Waschmitteln sind es z. B.  Gemol, Ata, Imi, Spee, Rimo und Milwa.

Einen breiten Raum nehmen technische Geräte ein: alte Registrierkassen mit  DDR-Geld (blauer Marx) drin, Waschmaschinen (darunter die ersten DDR-vollelektrischen Waschmaschinen WM 60 und 66), elektrische Küchengeräte, Kühlschränke, Küchenmaschinen, Staubsauger  und vieles andere. Auch Werkzeuge wie Kettensägen und verschiedene Bootsmotoren finden sich in der Sammlung. Selbst eine alte DDR-Zapfsäule und Autos wie Trabi und Wartburg fehlen in der Sammlung  nicht.

Gelangt man in die Spiel-, Schreibwaren- und Büroabteilung, so stehen da Kinderwagen, Schulbedarf und bunte Zuckertüten „made in DDR“ aber auch  Hefte, Stifte  in Reih’ und Glied.

Besonders interessant ist die Abteilung  für Ausweis- und Amtspapiere. Neben den üblichen, damals gebräuchlichen Ausweisen  finden sich sogar Formulare für Ausreiseanträge aus der DDR. Daneben liegen auch Autobestellungen beim VEB IFA-Vertrieb. Man kann gar nicht alles aufzählen.

Evelin Schmied erzählt, dass die Familie seit  1994 in Dabel ansässig ist.  Sie komme aus der Erfurter Ecke. „Unsere Vorstellungen gingen schon immer dahin, einen Ferien-Urlauber-Betrieb aufzubauen“, so Schmied. „Und eines Tages lasen wir eine Annonce in der Zeitung, dass unser Objekt zum Verkauf steht. Und da wir Mecklenburg sowieso lieben, ein schönes Land, sahen wir uns alles an und waren begeistert.“ Im ersten Jahr begann man mit Vermietung von 13 Ferienhäusern; spezialisiert auf Urlaub mit Hund. Jedes Haus sei extra eingezäunt worden, sodass sich die Vierbeiner hier „pudelwohl“ fühlen. 

Zu der Zeit stand der Gastraum noch leer. Also beschloss man, diesen auszubauen und einzurichten. Nach und nach entwickelte sich das „Storchennest“  zu dem, was es heute ist: ein gemütliches und ansprechendes Feriendorf für große und kleine Gäste.  Wo die thüringische Küche vorherrscht.

Wie kam es aber  zum Museum? „Als wir das Objekt übernahmen“, so Evelin  Schmied, „waren noch viele Einrichtungsgegenstände aus DDR-Zeiten da. Urlauber, die das sahen, gaben uns den guten Rat, die Utensilien ja zu behalten und etwas daraus zu machen.“

Also sammelte man weiter. Einheimische und Urlauber brachten Dinge mit.  Jetzt hieß es, alles so darzustellen, dass es jeder zu sehen bekommt. Und so entstand das DDR-Museum, das am 1. Mai erstmals öffnet. Zugleich freuen sich die Schmieds über jede weitere Gabe, die zum Thema passt.

Geöffnet ist die Ausstellung von Mai bis Oktober immer sonntags von 12 Uhr bis 17 Uhr; nach Absprache auch außerhalb der Schließzeit.

Adresse: Dabel, Lindenstraße 13A, gegenüber dem Holzendorfer See (Badestrand).

 

 

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