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Förderverein Sternberger Seenplatte hat wirtschaftliche Probleme : Abschied vom Museumsdorf Kobrow

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In der jetzigen Form wird es den Förderverein Sternberger Seenplatte und damit das Museumsdorf in Kobrow II ab 2014 nicht mehr geben. Förder- und Wirtschaftsverein haben finanzielle Probleme.

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erstellt am 25.Jun.2013 | 06:13 Uhr

Kobrow | In der jetzigen Form wird es den Förderverein Sternberger Seenplatte und damit auch das Museumsdorf in Kobrow II ab 2014 nicht mehr geben. Die Mitgliederversammlung sei Mitte des Monats mit der prekären wirtschaftlichen Situa tion des Fördervereins und des Wirtschaftsvereins, der das Museumscafé betreibt, konfrontiert worden, erklärt Vereinsvorsitzender Hans Diederichs.

Angesichts des geringen Stellenwerts, den der zweite Arbeitsmarkt heute einnehme, lasse sich eine Infrastruktur wie in Kobrow nicht mehr vorhalten. Deshalb stehe der Förderverein ab dem kommenden Jahr als Beschäftigungsträger für die Region nicht mehr zur Verfügung, so Diederichs. Das sei bislang die Hauptbetätigung neben der Betreuung von Agrar- und Kutschenmuseum gewesen.

Der Förderverein war 1991 von sieben Privatleuten, die zuvor Leitungsfunktionen im volkseigenen Gut ausgeübt hatten, gegründet worden, um den Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten, eine Beschäftigung zu geben, ähnlich einer Auffanggesellschaft in heutiger Zeit. 1994 kamen die Kommunen des damaligen Kreises Sternberg dazu. In Spitzenzeiten hat der Verein, der stets gemeinnützig, bei gewerblichen Betrieben aber nicht immer unumstritten war, mehr als 400 Frauen und Männer beschäftigt.

Der Verein führt die diesjährige Museumssaison bis zu ihrem Abschluss weiter und fährt seinen Geschäftsbetrieb bis zum Jahresende auf Null, so Diederichs. Zu diesem Zeitpunkt erhielten die vier gering Beschäftigten ihre Kündigung.

Das Museums café stelle die tägliche Mittagsversorgung schon ab Juli ein. Die Zahl der Portionen sei von 100 bis 150 auf nur noch 30 bis 50 zurück gegangen. Angemeldete private Feiern würden jedoch ausgerichtet und auch neue Termine angenommen.

Agrar- und Kutschenmuseum gehen an den Eigentümer des Grundstücks, die Mecklenburgische Güterverwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft (MGD) in Wamckow über. Ein Teil der restaurierten, "historisch wertvollen Landtechnik", wie Diede richs sagt, soll für die Region erhalten bleiben, um sie bei Höhepunkten wie Landesrapsblüten- und Heimatfest in Sternberg oder Erntefest in Brüel auszustellen und Besuchern Geschichte und Entwicklung der Landwirtschaft zu präsentieren. Ob diese Maschinen an jetziger Stelle bleiben oder woanders in der Region, darüber sei noch zu entschieden. "Wir suchen nach einem Modell dafür."

Ein weiterer Teil der alten Technik werde veräußert. Sie sei nicht mit Maßnahmen aufgearbeitet worden, bei denen es eine Bindefrist gäbe. Das Kutschen museum bleibe als private Sammlung erhalten und auch künftig öffentlich zugänglich. Dieses Kleinod gilt weit über die Region hinaus als einzigartig. Überlegungen, den Förderverein aufzulösen, habe es auf der Mitgliederversammlung nicht gegeben, erklärt Diede richs. In den nächsten Monaten werde das neue Profil abgesteckt, der Vorstand arbeite daran. Wenn am Jahresende die Zahlen für 2012 und 2013 vorliegen, werde über die Zukunft des Fördervereins entschieden.

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