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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 00:16 Uhr

Sternberg : Abruptes Ende einer Kutschfahrt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ausfahrt des Dabeler Reit- und Fahrvereins zum Salzhaff kommt beim ersten Anlauf nur bis zum Sternberger Marktplatz.

von
erstellt am 08.Mai.2015 | 20:35 Uhr

Es sollte gestern Mittag eine schöne Hinfahrt des Dabeler Reit- und Fahrvereins mit insgesamt drei Gespannen zum Rittergut Lischow der Familie Schröder am Salzhaff werden. Dort treffen sich seit Jahren an einem Wochenende im Frühjahr die Fuhrmannsleute von nah und fern mit ihren historischen Gespannen. Der Dabeler Postillon Helmut Deutschkämer war bisher zweimal dabei.

Auf dem Weg zum zwölf Kilometer nordöstlich von Wismar unweit der B 105 liegenden Lischow sollte gestern kurz nach 11 Uhr ein kurzer Stopp auf dem Sternberger Marktplatz eingelegt werden. Von der Pastiner Straße aus auf den Markt einbiegend, blieb der Dabeler plötzlich mit dem Vorderrad des Fünfspänners am mobilen Einbahnstraßenschild hängen. Der neben Deutschkämer auf dem Kutschbock sitzende Hornist Christian Löchelt aus Berlin wollte gerade ansetzen, um zur Ankunft auf dem Markt eines der Postsignale zu blasen.


Parkender Opel hält die Kutsche auf


Beim Rückwärtssetzen der Kutsche plus versuchtem Verrücken des Schildes passierte es dann: Ein Pferd trat mit einem Hinterbein über den Zugriemen und wollte wieder zurück. Es kam Unruhe ins Gespann. Die Kutsche setzte sich auf dem leicht abschüssigen Gelände in Bewegung in Richtung der Schulstraße neben dem SVZ-Redaktionsgebäude. Deutschkämer zerrte mit aller Kraft am Zügel und rief immer nur: Brr, Brr, Brr… Doch es gab kein Halten.

Pferde samt Kutsche kamen erst ca. 30 Meter entfernt eingangs der Schulstraße an einem parkenden Opel Vectra zum Stehen. Als die Mecklenburger Vierbeiner mit vereinten Kräften endlich am Auto vorbei jongliert waren, sahen die herbeigeeilten Beamten des nahen Sternberger Polizeireviers sowie Schaulustige das Ergebnis. Am Pkw war die Heckscheibe kaputt und unten auf dem Pflaster waren Blutflecken. Der vorn in der Mitte angespannte Braune hatte sich beim Crash eine Wunde im Brustbereich zugezogen. „Nach Hause“, sagte Deutschkämer nur, nachdem er sich vom Kutschbock aus mit Polizeioberkommissar Karsten Löwe wegen der Unfallaufnahme verständigt hatte. Erst einmal mussten die Pferde weggebracht werden.

Später erklärte Deutschkämer gegenüber SVZ: „Die Pferde trifft keine Schuld. Die Räder haben alle blockiert, auf dem Pflaster war es so glatt. So konnte die Kutsche nicht zum Stehen gebracht werden.“ Und was das verletzte braune Pferd betrifft, so gab der erfahrene 63-jährige Kutscher gegen 13.45 Uhr Entwarnung: „Es ist nur oberflächlich, keine tiefe Wunde, der Tierarzt hat es versorgt.“

Der Kutscher war in Dabel gerade wieder abfahrbereit, um gestern ein zweites Mal zum Treffen am Salzhaff aufzubrechen. Jetzt allerdings als Gespann-Vierer – und ohne Zwischenstopp in Sternberg…

Hier waren alle erleichtert, dass beim dramatisch aussehenden Geschehen zweieinhalb Stunden zuvor nur ein Auto in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zum Glück hatten sich gerade keine Personen am Unfallort aufgehalten.

Helmut Deutschkämer hatte 2013 mit der Postkutschenfahrt von Kap Arkona zur Zugspitze deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Im August geht’s wieder auf Tour: auf alten Hansewegen von Anklam bis an die polnisch-russische Grenze.

 

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