Sternberg : Abriss von Wohnblocks gestoppt

Mehr Licht an der Straße zur Schule. Am Finkenkamp wurden zwei Wohnblocks abgerissen.  Fotos: Michael Beitien
Mehr Licht an der Straße zur Schule. Am Finkenkamp wurden zwei Wohnblocks abgerissen. Fotos: Michael Beitien

Kosten sind wegen der Entsorgung von Schadstoffen zu hoch: Sternberger Wohnungsbaugesellschaft verzichtet auf weiteren Rückbau

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28. März 2018, 05:00 Uhr

Nach dem Abriss von zwei Häusern am Sternberger Finkenkamp im vergangenen Jahr, wird die Sternberger Wohnungsbaugesellschaft (Stewo) vorläufig keine weiteren Wohnblocks zurückbauen. Das erfuhr SVZ von Stewo-Geschäftsführerin Regina Nienkarn. Dabei gebe es einen Bedarf, weil die Bevölkerung im ländlichen Raum weiter abnehme, so die Geschäftsführerin. Aber Fördergelder und Abrisskosten stimmen nicht mehr überein, weil der Gesetzgeber die Vorschriften zur Entsorgung von Schadstoffen verschärft habe. So müssen beispielsweise auch Styropor und Teerpappen speziell entsorgt werden. Besonders aufwändig ist die Asbestentsorgung. Von diesem Schadstoff gibt es in alten Häusern mehr als erwartet.

Beim Abriss eines Blocks in Borkow, der 1966 gebaut worden war, wurde beispielsweise Asbest in den Fenster- und Türlaibungen gefunden, der laut Bauunterlagen überhaupt nicht vorhanden war.

Kräftig draufgezahlt hat die Sternberger Wohnungsbaugesellschaft beim Abriss der beiden Blocks am Finkenkamp im vergangenen Jahr, weil die Entsorgung so teuer war. So gab es für das Gebäude mit den Hausnummern acht bis zehn 44 700 Euro Fördermittel. Gekostet hat der Rückbau wegen der Schadstoffe aber 69 800 Euro. Auch beim Abriss des Blocks mit den Hausnummern neun bis 15 zahlte die Stewo kräftig drauf.

Unabhängig von den Kosten für den Abriss hat das kommunale Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr über eine halbe Million Euro für Reparaturen, Instandsetzungen und Instandhaltungen ausgegeben. So wird vor allem dort investiert, wo Wohnungen aus langjährigen Mietverträgen zurückgegeben werden. „Die heutigen Ansprüche an Wohnungen sind höher als vor zehn Jahren“, so Nienkarn. „Deshalb besteht erhöhter Instandhaltungsbedarf beim Wohnungswechsel.“ Die Mieter werden älter. Entsprechend dem gesundheitlichen Zustand der Betroffenen wird deshalb auch in den Umbau von Bädern investiert – von Wannen in Duschen, aber auch in Einzelfällen umgekehrt. Beispielsweise, wenn Gesundheitsbäder medizinisch verordnet werden. Die Stewo nutzt dabei auch die Fördermöglichkeiten durch die Krankenkassen.

Nicht geplant ist der Einbau von Fahrstühlen in die Stewo-Gebäude. Regina Nienkarn verweist auf die enormen Kosten. Für den Bau würden anteilig Modernisierungskosten auf die Mieten angerechnet. Auch die Betriebskosten müssten auf die Wohnungen in den maximal vier Etagen hohen Häusern umgelegt werden. Das wäre zu teuer.

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