Sternberg : Abriss von Wohnblocks beginnt

Zum trüben Wetter von gestern passt der trostlose Anblick des Wohnblocks im Sternberger Finkenkamp mit den Hausnummern 9-11-13-15. Am kommenden Montag beginnt der Abriss des Dreigeschossers.  Fotos: Rüdiger Rump
1 von 3
Zum trüben Wetter von gestern passt der trostlose Anblick des Wohnblocks im Sternberger Finkenkamp mit den Hausnummern 9-11-13-15. Am kommenden Montag beginnt der Abriss des Dreigeschossers. Fotos: Rüdiger Rump

Los geht es am Montag mit dem Finkenkamp 9-11-13-15. Die Stewo-Wohnungen wurden über Jahre zielgerichtet leergezogen.

von
21. April 2017, 21:00 Uhr

Jetzt sind die Tage gezählt: Am kommenden Montag beginnt der Abriss des Dreigeschossers im Finkenkamp 9-11-13-15, der vier Aufgänge hat. Ältere Sternberger kennen das Haus, 1965 gebaut, als VEG-Block, weil sich hier einst zahlreiche Beschäftigte des volkseigenen Gutes über eine neue Wohnung freuen konnten. Nun wurde es „über Jahre zielgerichtet leergezogen“, sagt Regina Nienkarn, Geschäftsführerin der Sternberger Wohnunsbaugesellschaft (Stewo). Ein „sanfter Freizug“, etwa durch Ortswechsel frei gewordene Wohnungen seien nicht neu vergeben worden. Wer es wünschte, habe auch in eine andere Stewo-Wohnung in der Nähe ziehen können.

Das gleiche Schicksal teilt ebenfalls im Finkenkamp das 1975 errichtete Mehrfamilienhaus mit den Nummern 8 und 10 sowie vier Etagen. Dessen Rückbau ist ab 2. Mai vorgesehen. Beide Häuser seien „wenig saniert“, hatte Nienkarn schon im Februar gegenüber SVZ geäußert. Der „Eingriff in die städtische Siedlungsstruktur“ werde wegen der Demografie vorgenommen. Mit anderen Worten: Die Häuser werden nicht mehr
gebraucht, „die Wohnungen in Sternberg nicht knapp“, versichert die Stewo-Chefin.

Für den Rückbau des ersten Wohnblocks rechnet sie mit sechs bis acht Wochen. Los gehe es mit der Entkernung und Schadstoffentsorgung,
bevor der eigentliche Abriss beginne. Der werde wohl oder übel wie der folgende Abtransport eine „staubige Angelegenheit“. Innenwände und Decken seien knochentrocken, die Abbruchfirmen aber „angehalten, während dieser Arbeiten ständig zu nässen“, so Nienkarn. Mit den Stadtwerken sei eine Möglichkeit gefunden worden, dass ausreichend Wasser zur Verfügung stehe. „Wie mit einem Gartenschlauch darüber zu halten, würde nicht viel bringen.“ Und selbst bei intensivem Nässen lasse sich die Ausbreitung von Staub wahrscheinlich „nicht ganz unterbinden“, wirbt die Stewo-Geschäftsführerin für Verständnis bei den Einwohnern, ebenso für zeitweiligen Lärm. Betreut werde das Vorhaben von Planer Olaf Voigt aus Weiße Krug.

Im Dreigeschosser mit den vier Aufgängen gab es 24 Einheiten, die insgesamt eine Wohnfläche von 1323 Quadratmeter hatten, beim Finkenkamp 8 und 10 waren es 16 Wohnungen mit zusammen 894 Quadratmetern, so eine Übersicht von Chris Krüger, kaufmännischer Mitarbeiter der Stewo. Deren eigener Bestand umfasst aktuell 967 Wohnungen von Borkow und Mustin bis Warin und Bibow. Außerdem verwaltet das Unternehmen 482 Wohnungen. Die Grundstücke der beiden Abrisshäuser haben eine Größe von 2531 bzw. 1393 Quadratmetern. Über deren weitere Nutzung sei noch nicht entschieden.
Zunächst würden sie begrünt, so Krüger.

Kommentiert: Folgerichtiger Schritt



Wer seinerzeit eine Neubauwohnung erhielt, freute sich. Doch längst hat der Zahn der Zeit daran genagt und Sternberg wie fast alle Städte und Gemeinden deutlich weniger Einwohner. Wohnungen gibt es über den Bedarf. Aber Leerstand kostet Geld, ohne dass was herein kommt, sprich Miete. Und diese Häuser sehen trostlos aus. Deshalb ist ihr Abriss ein folgerichtiger Schritt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen