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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. Oktober 2017 | 09:17 Uhr

Dabel/Brüel : Abflug, Freiräume, Taufe am See

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Kirchengemeinden der Region feierten im Freien gemeinsame Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt in Dabel und Brüel.

von
erstellt am 05.Mai.2016 | 19:00 Uhr

Ein schlichtes Birkenkreuz und davor ein geschmückter Tisch als Altar auf der Festwiese am Holzendorfer See, ein Holzkreuz voller Blumen oberhalb vom Roten See – die beiden Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt fanden wie in den Vorjahren im Freien statt.

„Bei uns ist das schon seit vielen Jahren Tradition“, so Günter Möller vom Dabeler Kirchengemeinderat. „Jetzt sind wir mit Sternberg und Witzin in einem Sprengel vereint und haben deshalb auch die Mitglieder aus diesen Kirchengemeinden eingeladen.“ Der erste gemeinsame Ufer-Gottesdienst stand unter dem Thema „Abflugbereit“. Pastor Dr. Mitchell Grell aus Kukuk, der bis August in der Dabeler Kirche mit tätig ist, bevor er sein Amt in Güstrow antritt, stellte die Hoffnung und den Sinn des Lebens in den Mittelpunkt seiner Predigt. Das amüsante Rollenspiel begann er als König, der seiner überkandidelten Gemahlin, die ihm eine exquisite Einkaufsliste präsentierte, nichts recht machen konnte. Der Wechsel in die Wissenschaft, weil Wissen Macht sei, brachte ihm genauso wenig. Als Professor, der den Klimawandel vor Augen hat, meinte er, die Menschen müssten umweltbewusster werden und ihre Lebensweise umstellen. Aber davon wollte niemand was wissen, schon gar nicht die Politikerin, die ihre Wiederwahl anstrebte.

Auch als Investmentbanker, dem seine Chefin vorhielt, sich zu sehr mit den Kunden zu identifizieren und deshalb zu wenig Umsatz zu machen,
sowie als Bauer, der zu kleine Kartoffeln erntete, scheiterte der Mann. Aber er habe doch Flügel, die bislang keiner gesehen und auch er selbst nicht erkannt hatte. Der Mensch sei nicht geboren, sich die Flügel stutzen, sondern sich beflügeln zu lassen, in die Höhe zu steigen und zu entdecken, wer er sei und was er könne. „Jetzt bin ich abflugbereit.“ Pastor Grell begleiteten musikalisch Chor, Gitarrengruppe und
Posaunenchor der Kirchengemeinde sowie die Dabeler Müllerburschen. Danach begann auf der Festwiese die große Herrentagsparty (wir berichten noch).

„Freiräume“ stand über dem Gottesdienst der Kirchengemeinden Brüel, Warin und Neukloster am Roten See. Und auch von weiter her nahmen Besucher teil, wie Pastor Jens Krause aus Neukloster bei der Eröffnung erfragte. Er und sein Wariner Amtskollege Andreas Kunert genossen in ihrem vergnüglichen Rollenspiel das Gefühl der Freiheit an diesem Himmelfahrtstag, mit sturmfreier Bude und ganz ohne Aufgaben. Doch letztlich sei „die Ruhe ganz schön ruhig“, so Kunert in seiner Rolle, und sie hätten „genug davon, auf der faulen Haut zu liegen“. In der Predigt aller drei Pastoren legte Andreas Kunert ganz persönlich dar, wie ein junger Mensch mit der Zeit lerne, die Freiheit „richtig einzuteilen“.

Er genieße die Freiräume, alles hinter sich zu lassen, aufzubrechen, und sei es nur für diesen einen Tag, neue Entdeckungen und Erfahrungen zu machen, fuhr Jens Krause fort. Es seien nicht immer die anderen, die einem die Freiräume nehmen, „manchmal macht man das auch selbst“. Es gebe den Raum, um selbstbestimmt zu leben und mit Verantwortung. „Freiräume sind uns geschenkt; nutzen wir sie, das Leben zu gestalten.“

Zu einem besonderen Ereignis dieses Gottesdienstes am Roten See, dem hier schon mehrere am Himmelfahrtstag vorausgegangen waren, wurde die Taufe von Heinrich Krüger, dem neun Monate alten Sohn von Blockhüttenwirt Jörg-Peter Krüger und dessen Partnerin Sandra Woikowiak, durch den Brüeler Pastor Rupert Schröder. Für die feierliche Zeremonie war am Morgen Wasser aus dem Roten See entnommen worden. Musikalische Einlagen bei dem Gottesdienst brachten die Wariner Kirchenband und der Chor der Kirchengemeinde Brüel dar.

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