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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 01:55 Uhr

Tempzin : Abenteuer: Ora & Labora-Woche

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Teilnehmer der Bete- und Arbeite-Woche im Kloster Tempzin kamen bis aus Polen, aber auch aus Schönlage in der eigenen Region.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 23:15 Uhr

Mehrere Tage lang konnte man in einem Waldstück bei Waldheim das Geräusch  von Motorsägen und das Schlagen der Holz-Spalter hören. Wie jedes Jahr hatte sich wieder eine Gruppe von Klosterfreunden zusammengefunden, um Holz für die Holzvergaser-Heizung der Klosteranlage zu schlagen. Der am dichtesten Wohnende kam aus Schönlage, der am weitesten weg Wohnende aus Polen. Zwei „Neue“ waren auch dabei, die sich auf das Abenteuer dieser Ora & Labora-Holz-Woche einlassen wollten. Einer war Wolfgang Breme. Er sagt: „Ich war schon zu verschiedenen O&L-Zeiten in mehreren Klöstern, aber noch nie im Winter. Und noch nie habe ich in einem Kloster geholfen, Holz aus dem Wald zu holen. Welch eine Erfahrung für meinen Körper! Ich werde künftig auf meinen Pilgerwegen jedem Holzstapel am Waldeswegesrand mit allerhöchster Hochachtung begegnen.“

Es waren tatsächlich Tage voller körperlichen Arbeit in der Winterluft: Die Bäume mussten gefällt werden. Dann wurden sie in Meter-Stücke geschnitten. Was zu schwer war, um es tragen zu können, musste mit Hammer, Axt und Keil gespalten werden. Natürlich waren auch Frauen dabei: Sie halfen kräftig mit, die Holzscheite aus dem Wald zu tragen und am Wegrand für den Abtransport aufzustapeln.

Beim Frühstück wurden die Brote für die Mittagsrast im Wald fertig gemacht und jede Menge Tee. Nach dem Morgengebet ging es dann los. Das Mittagsgebet wurde im Wald gesungen – einmal sogar bei Regen. Zum Abendessen waren dann alle wieder im Pilger-Kloster und freuten sich auf die warme Mahlzeit des Tages.

Abend- und Nachtgebet konnten dann wieder im warmen Andachtsraum stattfinden. Wolfgang Breme: „Ich bin als Pilger schon auf vielen Wegen in Norddeutschland dem Herrn entgegen gelaufen. Aber an diesen Platz hat er meine Schritte zum ersten Mal gelenkt. Ich bin zum ersten mal in meinem Leben einem ,Andachtshund’ begegnet. Ja, dieses Kloster hat einen Hund, der alle Tageszeitengebete ,mitbetet’. Er hat dafür sogar einen eigenen ,Gebetsteppich’.

Sabine Rehmet-Bormann hat  die meiste Zeit  als Köchin agiert.  „Ein Flyer aus der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg hat mich auf die Spur gebracht. Das Erstgespräch mit Joachim Anders, dem ehemaligen Leiter des Pilger-Klosters, hat mein zusätzliches Interesse geweckt. Seit Sommer 2013 bin ich regelmäßig zu allen O&L-Wochen und zum Pilgern hier gewesen. Das sagt doch alles! Es ist einfach schön hier.“

Landwirt Schlüter aus Langen Jarchow kam mit großem Traktor und Hänger und brachte das Holz zum Kloster. Dann wurde wieder gestapelt: Diesmal in den Holzunterstand.  „Herr Schlüter stellt uns seine Zeit und Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung. Dafür wollen wir ihm sehr herzlich danken.“, so Brigitte Schmeil.

Bei aller Arbeit war auch Zeit füreinander da. Für die „Neuen“ gab es am Sonntag früh eine ausgedehnte Klosterführung. Danach ging es noch gemeinsam zum Gottesdienst in die Brüeler Gemeinde. Wolfgang Breme stellt zum Abschluss fest: Wir wurden reich beschenkt in diesen Tagen mit dem Erlebnis und dem Neuentdecken der Natur und mit einer guten Gemeinschaft. Wir danken Doris Mertke, der Leiterin des Pilger-Klosters für die Gastfreundschaft, die behagliche Wärme, ihre gute Organisation und die geistliche Betreuung.“

Die nächste O&L-Woche findet vom 18. bis 24. April statt. Bei Informations-Bedarf kann gern nachgefragt werden bei Doris Mertke: 0152-561 69 414 oder dmertke@gmx.de

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