Sternberg : Abc-Schützen vor 60 Jahren

Alte Klassenkameraden  der Johann-Stelling-Schule – vor dem Sternberger Rathaus nahmen sie Aufstellung fürs Erinnerungsfoto.  Fotos: Traudel Leske
Alte Klassenkameraden der Johann-Stelling-Schule – vor dem Sternberger Rathaus nahmen sie Aufstellung fürs Erinnerungsfoto. Fotos: Traudel Leske

Das dritte Treffen zweier Sternberger Klassen hatte allen wieder viel Spaß gemacht / „Stirnbarger Kauken“ stand wieder obenan.

von
08. September 2015, 17:49 Uhr

Zur Begrüßung gab es am Wochenende für die – pardon! – in die Jahre gekommenen 26 Sternberger ehemaligen Schüler (fünf davon mit Ehepartnern angereist) erst mal „Stirnbarger Kauken“. Und der wurde an einer besonderen Kaffeetafel serviert: nämlich im Sternberger Heimatmuseum. Und wenn der „Kauken“ im Laufe der Jahre auch schon stein- hart geworden war, so war er doch noch so beliebt wie eh und je. Die Zähne hat sich jedenfalls keiner daran ausgebissen.

Der Anlass für dieses ungewöhnliche „Kaffeetrinken“ war schließlich auch ein ganz besonderer: der 60. Jahrestag der Wiederkehr der Einschulung in die damalige Sternberger „Johannes-Stelling-Schule“ (heute Alexander-Behm-Schule). Es waren zwei Klassen, die im Jahre 1955 als AbcSchützen in die Schulgemeinschaft aufgenommen wurden. Und die dann acht Jahre später, im Jahre 1963, gemeinsam Jugendweihe feierten. Diese Ereignisse waren Grund genug, um sich mal wieder zu treffen und ein Klassentreffen, das inzwischen dritte, zu organisieren.

Es waren Hanna Klug, Hanna Zissler, Clara Teubler, Erna Glöckner, Klaus Groth und Regina Karl, die die Fäden bei diesem Wiedersehen in der Hand hielten. Sie suchten den Kontakt zu ihren ehemaligen Mitschülern, die inzwischen in alle Winde zerstreut sind. Den weitesten Weg hatten ehemalige Mitschüler aus Stuttgart, Hermsdorf, Bautzen, Frankfurt an der Oder, Stendal, Berlin und Bad Segeberg. Doch diese Wege nahmen sie alle gerne auf sich. Udo und Arno Frey aus Frankfurt an der Oder zum Beispiel – „ihre Adresse habe ich aus dem Internet gezogen“, so Regina Karl – hatten sich besonders darauf gefreut, alte Klassenkameraden mal wiederzusehen. Vor allem Udo Frey, Elektromonteur und Vater zweier Kinder sowie Opa dreier Enkel, harrte gespannt der Dinge, die da auf ihn zukommen sollten. Und das war vor allem seine alte Freundin Heidi Klück. Doch, leider! Gerade sie war nicht erschienen. So blieb der Traum für ihn nur ein Jugendtraum. Rüdiger Raddatz reiste aus Stuttgart an und hatte sich auf einen Zwischenstopp bei seiner Schwester in Lübeck eingerichtet. „Ich habe mich riesig gefreut, sie alle mal wiederzusehen“, erzählte er. „Was zählt da schon ein weiter Weg!“

Bei diesem Treffen, dem dritten nach 2003 (40 Jahre Jugendweihe) und 2010 (55 Jahre Einschulung), ging es wie gesagt erst mal ins Heimatmuseum. Und danach ins „Ritter-Eck“, wo zwei Filme aus der „Unterstufenzeit“ gezeigt wurden. Hergestellt hatte sie der Vater von Regina Karl geb. Krüger. Auch an die ehemaligen Lehrer erinnerte man sich gern: an Karla Krüger ab Klasse 2, an Luden Wilken und an Gertrud Höppner, das „Fräulein“. Da gab es so manche nette Episode, über die heute nur noch geschmunzelt oder herzhaft gelacht wurde. Auch sonst wurde viel erzählt, gelacht und sich an manche Streiche erinnert.

In welchem Rhythmus man sich künftig treffen will, steht noch nicht ganz fest: alle fünf oder alle drei Jahre? Doch jünger wird schließlich keiner. Obgleich: Top sehen sie alle noch aus; das muss man ihnen schon lassen. Und auf die Knie gehen (siehe Foto)- das klappt bei vielen noch. Auf alle Fälle freuen sich die „Ehemaligen“ schon auf das nächste Treffen. Und wenn dann auch schon ein paar Falten mehr in ihren Gesichtern stehen – die Freude bleibt.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen