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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. August 2017 | 08:58 Uhr

Sternberg : „Ab dem 50. Mal ist es Routine“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wolfgang Blasko leistete beim gestrigen Blutspendetermin in Sternberg seine 108. Spende. Die Resonanz ist gut, Erstspender werden aber weniger.

Ganz entspannt liegt Wolfgang Blasko auf einer der Liegen im DRK-Seniorenheim in Sternberg und unterhält sich mit der Krankenschwester Renate Ramisch. In seinem Arm hängt ein dünner Schlauch, aus dem das Blut aus seiner Vene fließt. Blasko ist langjähriger Blutspender. Heute ist er zum 108. Mal dabei. Für ihn ganz normal. „Ach, ab dem 50. Mal ist das Routine!“, erklärt er, „man geht halt hin, das gehört einfach dazu.“

Gestern war DRK-Blutspendetag in Sternberg. Auch heute kann dort noch von 14 bis 19 Uhr gespendet werden. „Man kann an neun möglichen Tagen im Jahr zum Blutspenden kommen“, sagt die ehrenamtliche Helferin Christel Zimmermann. „Es gibt vier zweitägige Termine. Zusätzlich haben wir im Sommer einen Sondertag.“ Zimmermann und das restliche Team wechseln sich an den Tagen ab. Sie versorgen die Spender mit Essen und Trinken und kümmern sich darum, dass es jedem gut geht. Die Betreuung vom Team im DRK-Seniorenheim finden Wolfgang Blasko und die anderen Spender sehr gut: „Man wird hier liebevoll umsorgt und bei der Verpflegung lassen sie sich immer etwas Neues einfallen“, erzählt der 61-Jährige. Dieses Mal gibt es beispielsweise Kuchen. Das so genannte „Spenderfrühstück“ besteht zusätzlich aus belegten Brötchen, Schnittchen, Weintrauben und Obst. Nach der Blutabnahme hält sich jeder Spender noch eine halbe Stunde bei der Verpflegung auf. „Falls mit dem Kreislauf etwas sein sollte, ist ein Arzt immer schnell genug da“, erläutert Christel Zimmermann dies.


Das Blutabnehmen dauert nur etwa zehn Minuten


Vorher ist natürlich erst einmal das Blutabnehmen an der Reihe. Vor jedem Spenden wird aus dem Finger ein Tropfen Blut entnommen, um den Hämoglobin-Wert zu bestimmen. „Das sind die roten Blutkörperchen. Davon muss ein Überschuss vorhanden sein, weil man ansonsten nicht spenden darf“, erklärt Renate Ramisch. „Der Wert schwankt immer, daher wird er jedes Mal gemessen.“ Danach wird die Körpertemperatur gemessen. Anschließend füllt jeder Spender einen Fragebogen aus und geht mit diesem zu einem Arzt. „Nur wer gesund ist, darf auch spenden“, erläutert die Krankenschwester weiter.

Bevor es daraufhin zur Blutspende kommt, ist es notwendig, dass jeder Spender einen vertraulichen Selbstausschluss unterschreibt. „Das ist wichtig, damit kein Blut von Spendern mit einer möglichen Infektionskrankheit für Bluttransfusionen weiterverarbeitet wird“, verdeutlicht Ramisch weiter. Das Blutabnehmen an sich dauert nun „etwa zehn Minuten“. 495 Milliliter Blut werden in dieser Zeit aus der Vene abgenommen. Während dieser Zeit wird man von einer Krankenschwester betreut.

Anschließend geht es zum Spenderfrühstück. Dazu gibt es Kaffee, Brause und Saft. Man unterhält sich mit Bekannten. „Man kennt sich halt und trifft sich hier jedes Mal“, sagt Wolfgang Blasko. Der Raum ist gut gefüllt mit Blutspendern aus Sternberg und den umliegenden Gemeinden. Darunter sind auch die beiden Sternberger Stadtvertreter Pascal Winkler (SPD) und Jan Markowski (CDU). Winkler ist zum ersten Mal in Sternberg, vorher spendete er in Greifswald, wo er studiert. „Die Resonanz in Sternberg ist gut“, sagt Christel Zimmermann. „Es kommen jedes Mal circa 160 Menschen hierher.“ Davon jedoch nur wenige Erstspender . „Die jungen Leute bleiben aus“, bedauert die Ehrenamtliche, „man muss daran arbeiten, gerade diese zum Blutspenden zu bewegen.“

Dabei sei es gar nicht schlimm, Blut zu spenden. Es tut auch nicht weh, sagen die anderen Spender. Da die Autorin dieses Beitrags das selbst noch nie gemacht hat, probiert sie es einfach aus und wird zur Erstspenderin.

„Achtung, jetzt piekst es“, wird sie gewarnt, als der Bluttropfen zur Hämoglobin-Wert-Bestimmung abgenommen wird. Mehr als ein kurzes Pieksen ist es wirklich nicht. Der Fragebogen ist schnell ausgefüllt und auch die Ärztin hat nichts zu beanstanden: „Der Blutdruck ist in Ordnung, Sie sollten aber noch etwas Cola trinken, das ist gut für den Kreislauf.“ Und schon liegt man auf der Liege. Renate Ramisch erklärt jeden Schritt, den sie macht. Sie beginnt ein Gespräch und so bekommt man gar nicht so genau mit, wann die Nadel in die Vene einsticht. Es fühlt sich leicht unangenehm an, ist aber nicht weiter schlimm. Nach acht Minuten sind die fast 500 Milliliter Blut abgenommen. Jetzt gibt es Traubenzucker und wieder Cola, „für den Kreislauf“. Danach bleibt man noch einige Minuten liegen, bevor man sich hinsetzen darf. Wieder gibt es etwas zu trinken. „Ist alles gut bei Ihnen? Wie fühlen Sie sich?“ fragt die Krankenschwester, bevor aufgestanden und zur Verpflegung gegangen werden darf. Dort bekommt jeder Erstspender als Dankeschön eine Rose vom DRK. Erneut wird nach dem Befinden gefragt. Alles bestens. Und es tat wirklich auch gar nicht weh...

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erstellt am 08.Jan.2014 | 18:31 Uhr

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