Unsere Helden aus Lübtheen : Sebastian Buttler von der Feuerwehr Brüel war gleich doppelt im Einsatz

Im Einsatz: Sebastian Buttler bei einem Brand in Wipersdorf bei Brüel.
Im Einsatz: Sebastian Buttler bei einem Brand in Wipersdorf bei Brüel.

Malermeister Sebastian Buttler engagiert sich in der Brüeler Feuerwehr und im Amtszug Sternberger Seenlandschaft

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15. August 2019, 20:00 Uhr

Selbstständig heißt selbst und ständig. Wer ein eigenes Unternehmen hat, weiß das. Dennoch engagieren sich Firmenchefs ehrenamtlich in der Feuerwehr. Dazu gehört Malermeister Sebastian Buttler, Mitglied in der Brüeler Feuerwehr. Der 39-Jährige ist nicht nur im Einsatz, wenn rund um seine Stadt Not am Mann ist. Er gehört auch zu den neu gebildeten Amtszügen Sternberger Seenlandschaft. Hier sind Ehrenamtliche aus Feuerwehren der Region vereint, die bei größeren Hilfsaktionen ausrücken. Zweimal war Buttler mit der Truppe beim Waldbrand in Lübtheen.

Jeder ist für den anderen da

Aus seinem Freundeskreis sind alle bei der Feuerwehr, erzählt der Brüeler. So bekam er den Kontakt. Zunächst durch das gemeinsame Fußballschauen im Gerätehaus. Sebastian Buttler hat den Zusammenhalt unter den Kameraden kennen gelernt. „Das hat mir gut gefallen“, sagt er. Jeder sei für den anderen da. Es sei nicht wie bei Fremden, sondern wie in einer Familie. Was nicht bedeute, dass es nicht auch mal Spannungen gibt.

Gleich zweimal ausgerückt

Seit sieben Jahren gehört Christian Buttler zur Feuerwehr-Familie. „Ich will den Menschen helfen“, sagt er. Deshalb macht er zusätzlich im Amtszug mit. Der besteht aus zwei Trupps. Im ersten Zug sind diejenigen, die sofort ausrücken können, im zweiten die, die etwas mehr Vorbereitungszeit haben. Zu letzteren gehört der Malermeister. Trotzdem rückte er beim Großfeuer in Lübtheen mit dem ersten Zug und danach auch mit dem zweiten aus. „Ich hatte gerade Zeit“, so Buttler. Er erinnert an die beängstigenden Nachrichten, dass Menschen aus ihrem Zuhause evakuiert werden mussten. Da müsse man das Geld in den Hintergrund stellen, sagt der Brüeler. Man müsse helfen.

In Feuerwehruniform: Sebastian Buttler
Michael Schwertner
In Feuerwehruniform: Sebastian Buttler
 

Trebs vor den Flammen geschützt

Beim ersten Einsatz gehörte der Sternberger Zug zu denen, die die Ortschaft Trebs schützten. Zusammen mit anderen Wehren hatte die Gruppe vor dem bedrohten Dorf einen Riegel aus Schlauchleitungen und Stahlrohren gelegt, um bei Gefahr eine Wassergasse zwischen der Ortschaft und dem angrenzenden Wald zu legen. Man hörte Granaten im Wald explodieren, erinnert sich Buttler. Beim zweiten Ausrücken war es etwas ruhiger. Zwischen den beiden Einsätzen hatte der Malermeister nur einen Tag frei.

Ein Feuer oder Unfall geht keinesfalls immer ohne tragische Ereignisse ab. Sebastian Buttler musste in seiner ehrenamtlichen Arbeit den Tod von vier Menschen miterleben. Gestorben beim Unfall auf der Straße oder ertrunken im See.

Schwierige Einsätze verarbeiten

Angst hat der Brüeler davor, wenn er es bei einem Einsatz mit einem toten Kind zu tun bekommen würde. Aus einer anderen Feuerwehr weiß er, dass Kameraden einen verkohlten kleinen Leichnam gefunden hatten. „Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde“, so Buttler. „Wenn ein Einsatz ist, dann schalte ich das Hirn ab“, sagt der Brüeler, der auch als Atemschutzgeräteträger in der Truppe Verantwortung trägt. Nach schweren Einsätzen ist der Austausch unter den Kameraden wichtig. „Wir sprechen alles durch“, sagt Buttler. Es werde gefragt, ob jemand Hilfe braucht...

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim sagt Danke: Alle Einsatzkräfte, Helfer und Anwohner sind am 7. September, 14 Uhr, auf den Festplatz nach Lübtheen eingeladen.

 
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