Spendenaktion Wünschewagen : Notfallseelsorger: Beistehen in schweren Stunden

Er ist als ehrenamtlicher Notfallseelsorger unterwegs: Scott Dingle.
Er ist als ehrenamtlicher Notfallseelsorger unterwegs: Scott Dingle.

Scott Dingle musste selbst den Tod seiner Frau verkraften – Als Notfallseelsorger gibt er anderen Menschen Kraft

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16. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Eine letzte Reise starten, bevor das Leben zu Ende geht: Das Wünschewagen-Team macht es immer wieder möglich. In Zeiten, wo die Tage und Stunden gezählt sind für einen lieben Menschen.

Die Sorgen ein paar Stunden liegen lassen

Die Zeit läuft ab, ein geliebter Mensch geht. Der Sternberger Scott Dingle musste so eine traurige Lebensphase miterleben. Ende vergangenen Jahres starb seine Frau, die Pastorin Katrin Teuber, nach einer schweren Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren. Als das Ende nahte, unternahm die Familie auf Wunsch von Katrin noch einmal eine Reise nach Gotland. Diese Insel in der Ostsee, auf der sie schon zweimal zuvor mit ihrem Mann war, liebte die Pastorin.

„Katrin war eine sehr starke und tapfere Frau, die Reisen liebte“, erzählt ihr Witwer.

Für die Gotland-Reise hatte sie sich vorgenommen, die Freude nicht durch Sorgen nehmen zu lassen und ich musste nur ihrem Beispiel folgen. So gelang es, eine schöne Woche auf Gotland zu verbringen. Vielleicht ist das das Geheimnis vom Wünschewagen, einen schönen Ausflug genießen und die Sorgen ein paar Stunden liegen zu lassen. Scott Dingle
 

Der 60-jährige Witwer spendet seit einigen Jahren selbst anderen Menschen Trost. Er ist ehrenamtlicher Notfallseelsorger und gehört zu einem Team aus sechs Helfern im Altkreis Parchim, die gerufen werden, wenn Menschen zu Tode kommen.

Dingle, der als Lehrer an einer Schule in Schwerin arbeitet, engagiert sich seit Jahren bei der freiwilligen Feuerwehr. Er absolvierte einen Intensivkurs an der Landesfeuerwehrschule, in der er sich für die Psychosoziale Notfallseelsorge qualifizierte.

Als seine Frau erkrankte, hatte er diese Tätigkeit ruhen lassen. Er wollte nicht riskieren, dass er selbst die Nerven verliert, wenn er dem Leid anderer Menschen begegnet. Doch jetzt engagiert er sich wieder in dem Team. „Ich weiß, was den Leuten bevorsteht“, sagt der Witwer.

Man hilft, indem man einfach da ist

Die Notfallseelsorger werden alarmiert, wenn ein Mensch zu Tode gekommen ist. Sie stehen dann beispielsweise Kollegen oder Familienangehörigen zur Seite.

Gerufen wurde Scott Dingle im Sternberger Umland unter anderem nach Ruchow, wo bei einem tragischen Unfall ein Mitarbeiter der Müllabfuhr einen anderen überfahren hatte. Scott Dingle saß bei dem Fahrer so lange, bis dessen Freundin kam und ihn abholte.

„In erster Linie hilft man, indem man einfach da ist“, sagt der Sternberger. Wenn der Betroffene reden will, dann lässt er ihn auch reden.

Bei Unfällen aber auch bei vielen häuslichen Todesfällen werden die Seelsorger alarmiert. Sie kümmern sich um Hinterbliebene, bleiben, bis die Kinder oder die Bestatter kommen. Sie sind im Einsatz, um die Betroffenen aufzufangen, damit Feuerwehr und Polizei ihre eigentliche Arbeit machen können. Und in manchen Fällen werden gleiche mehrere Notfallseelsorger gerufen – wie bei einem tödlichen Arbeitsunfall in der Fischerstraße in Sternberg, den mehrere Kollegen des Verunglückten miterlebt hatten. Auch der Vater des Toten war dabei.

Scott Dingle ist mit seiner verstorbenen Frau nach Sternberg gekommen. Auch nach deren Tod will der ursprünglich aus Las Vegas stammende Amerikaner in dieser Stadt bleiben. Hier hat er seine Bekannten in der Kirchengemeinde sowie in der Feuerwehr, wo er auch die Jugendwehr leitet. Und in Pastin steht sein Pferd im Stall. Das Reiten hilft Scott Dingle dabei, den Kopf wieder freizubekommen.

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