Brüel : Angler finden kaum einen Wurm

Beim Warten auf den ersten Fisch bleibt Henk Zeit, anderes Getier am Ufer oder im Schilf zu beobachten.
Beim Warten auf den ersten Fisch bleibt Henk Zeit, anderes Getier am Ufer oder im Schilf zu beobachten.

Paarangeln am Roten See: Bei Trockenheit müssen die Petrijünger auf andere Köder ausweichen

svz.de von
12. August 2019, 05:00 Uhr

„Schau mal, Papa, da sind Frösche…“ „Ja, die lass jetzt mal. Nimm lieber den Eimer, mach Wasser rein und knete den Teig richtig durch!“ „Ach, wir haben den Mais vergessen. Der muss da auch noch rein…“ „Hm, das schmeckt sogar!“, stellt der Junge fest und leckt seine Finger ab.

Papa Hendrik Stoll (40) aus Zapel Hof und Sohn Henk Cedrik (10) aus Crivitz bereiten sich aufs Angeln vor. Der Anglerverein Roter See Brüel hatte seine Mitglieder am Samstag zum Paarangeln am Roten See aufgerufen. „Hier geht es nicht um Ehepaare, die gemeinsam angeln, sondern einfach nur zwei Personen: Vater und Sohn, zwei Männer oder eben auch Mann und Frau. Sie teilen sich einen Platz am Roten See und werden auch gemeinsam gewertet, denn beim Paarangeln geht es um Gewicht, nicht eines einzelnen Fisches, sondern um den Fang insgesamt“, erklärt Vereinsvorsitzender Karsten Löwe. „Von 14 bis 17 Uhr haben die Paare Zeit. Anschließend wird ausgewertet. Die beiden Sieger erhalten einen Pokal und einen Gutschein für den Angelladen in Leezen.“ Im Anschluss an den offiziellen Teil wird noch gemütlich zusammen gegrillt.

Der Angelverein betreut und bewirtschaftet neben dem Roten See noch weitere kleinere Seen rund um Brüel, wie den Deichelsee, Kreuzsee, Hohlsee, Glockensee und Hilkensee. „Hier angeln wir nicht nur, sondern pflegen die Ufer und Angelstellen und halten die Wege frei. Wir kontrollieren den Fischbesatz und setzen, wenn nötig, Fische ein“, so Karsten Löwe.

Während die Angelfreunde so nach und nach eintrudeln, kommen die Wartenden miteinander ins Gespräch. So Henning Seick (78) und Eckhard Ohms (64). Letzterer bemerkt: „Ich habe sage und schreibe vier Würmer gefunden. Wenn einer einen abhaben will, muss er fünf Euro rüberreichen …“ Er lacht. „Ja“, antwortet Henning Seick, „bei der Trockenheit kann man von Glück reden, überhaupt Würmer zu finden.“ Beide haben schon in ihrer frühesten Jugend geangelt. Henning Seick war sogar schon einige Jahre Vereinsvorsitzender des Brüeler Vereins. Bei soviel Erfahrung wissen sie auch: wenn keine Würmer sind, geht man auf Dosenmais. Darauf beißen die Fische immer.

Als Vereinsvorsitzender Karsten Löwe Punkt 14 Uhr den zahlreich erschienen Mitgliedern den Startschuss zum Angeln gibt, fliegen alle nur so auseinander – jeder möchte den besten Platz ergattern. Hendrik Stoll und sein Sohn Henk Cedrik haben ihren gewünschten Angelplatz, ihrer Meinung nach den schönsten, gegenüber der Badestelle ergattert. Henk knetet die Mais-Mischung, mit der sie große Fänge erreichen wollen. Schließlich haben die Zwei ja einen berechtigten Ehrgeiz: „Beim Anangeln im Frühjahr haben wir den ersten Platz belegt und einen tollen Pokal gewonnen.“ Na, dann, Petri Heil!

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