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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 11:43 Uhr

Wendorf : „9 Sonnen, neun Himmel“ im Park

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sommerkunst 2014 bietet an diesem Wochenende in Wendorf Ausstellungen, Lesungen für Kinder, einen „wahnsinnigen“ Puppenspieler und Kutschfahrten um das Schlosshotel. Der Heimatverein ist mit einem Informationsstand dabei.

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 16:33 Uhr

Diese Umgebung für die Ausstellung hat es ihm auf Anhieb angetan: Jürgen Schäfer aus Groß Brütz bei Schwerin, ein Künstler der klassischen Moderne, blickt sich in dem Garten, der zur Dorfstraße 25 in Wendorf gehört und eher wie ein kleiner Park wirkt, ausgiebig um. Seine Bilder stehen bereits im Haus. Er hat sie Mittwochabend
gerade gebracht. Mit der Ausstellung „9 Sonnen, neun Himmel“ beteiligt er sich an Sommerkunst 2014. Zu dieser Neuauflage lädt Manfred Bauditz, der mit seiner Installation „Die Dachbodenbande – das andere Spielzeugmuseum“ eine Stätte der Kunst in dem alten Schnitterkaten etabliert hat, nach einem gelungenen Auftakt im Vorjahr am jetzigen Wochenende ein.

Jürgen Schäfer plädiert für helle Bilder mit freiem Raum. Er lasse „möglichst viel weiß“, male in Schwarz und Gelb, dazu ein bisschen Grün. Auslöser sei eine Neujahrskarte gewesen, von der es inzwischen mehrerlei Varianten gäbe. „Alle reden von der Krise, ich blicke in die Sonne“, sagt der Künstler aufgeräumt. Das sei seine Reaktion auf das, was aus seiner Sicht in der Kunst fehle. Die enthalte zu viel Düsternis und Selbstverweigerung. Doch freilich, setzt Schäfer nach, wolle er keine Zensuren verteilen. Seine Meinung verbiege er indes nicht. „Als Freiberufler in einem Ein-Mann-Betrieb“ habe er schließlich alle Freiheiten, so Schäfer. Und auf den Bildern soll erkennbar sein, „was ich denke“.

Die Arbeiten für die Galerieausstellung „Menschen und Räume“ von der Bildhauerin Sibylle Waldhausen hat Manfred Bauditz tags zuvor aus Berlin abgeholt. Bei Sommerkunst steht die Künstlerin für Gespräche gern zur Verfügung. Sie hat bereits vor zwei Jahrzehnten bei Bauditz seinerzeit im Schweriner Zillehof ausgestellt.

Der Bützower Maler Wolfgang Severin-Iben, der im Vorjahr wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen musste, liest bei Sommerkunst für Kinder. Auch Gunther Griebenow, Milieumaler vom Hamburger Kiez, nimmt sich der Kinder an. Er gibt dort Malunterricht für behinderte Menschen und dürfte Besuchern des Wendorfer Kunstmuseums noch von einer bemerkenswerten Ausstellung in Erinnerung sein: Figuren, die dem Betrachter aus Bilderrahmen entgegen ragen.

Auch Puppenspieler Heinz Bömler, „Der Wahnsinnige“ vom Niederrhein, ist kein Unbekannter. Voriges Jahr saß er in Wendorf zwischen seinen Auftritten sogar an der Kasse. Bömler betreibt ein vielseitiges Ein-Mann-Unternehmen und gelangte mit seinem Programm „Lug und Betrug“ bis ins Fernsehen. Allerdings mit ungeahnten Folgen: Auf die Frage des Moderators, ob er auch das Finanzamt betrüge, lautete seine Antwort, er könne da keine Ausnahme machen. Prompt sei von dort ein Schreiben gekommen, er solle das doch einmal genauer erklären. Hoffentlich nehme ihm das Finanzamt wenigstens gleich ab, so die Frohnatur, dass er für den Auftritt bei seinem Freund Bauditz kein Geld verlange.

Der Heimatverein Wendorf ist an beiden Tagen von Sommerkunst mit einem Informationsstand vertreten. Zudem gibt es Kutschfahrten um das Schlosshotel.

Eintritt ist Sonnabend und Sonntag ab 12 Uhr, er kostet zehn Euro für Erwachsene und für Kinder ab sieben Jahren die Hälfte.

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