800-Jahrfeier Neukloster : Fensterfolien zum Stadtjubiläum

Die größeren Kinder aus Neukloster und Umgebung präsentieren ihre fertigen Fenterbildermotive gemeinsam mit Gemeindepädagogin Renate Maercker.
Die größeren Kinder aus Neukloster und Umgebung präsentieren ihre fertigen Fenterbildermotive gemeinsam mit Gemeindepädagogin Renate Maercker.

Künstlerische Idee zur 800-Jahr-Feier Neuklosters ist fertig und wird am Sonntag bei einer Andacht in der Klosterkirche präsentiert

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25. Januar 2019, 05:00 Uhr

800 Jahre Neukloster. Es wird gefeiert, unter anderem mit dem großen Festumzug am 1. Juni. Doch wie kann solch ein Datum, 800 Jahre Zeitgeschichte, begreifbar gemacht werden? Vor allem für Kinder?

Das Kloster am heutigen Standort wurde 1219 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und markiert so auch die Begründung des Ortes.

Die Bilder gibt es auch in Touristeninfo der Stadt

800 Jahre Neukloster – da kommt keiner am Namensgeber, dem „neuen“ Kloster vorbei. Und schon gar nicht die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Neukloster. 22 Kinder aus Neukloster und Umgebung zeichneten in den vergangenen Monaten insgesamt 28 verschiedene Bilder. Daraus wurden 800 selbstklebende Druckfolien, 30 Stück pro Motiv. Am Sonntag werden die Originalzeichnungen bei einer kurzen Andacht um 14 Uhr in der Klosterkirche durch die kleinen Künstler an Stelen hereingetragen. Zugleich sollen hier erstmals die 800 Fensterbilder angeboten werden. „Sie gibt es kostenlos, um eine kleine Spende wird gebeten“, so Gemeindepädagogin Renate Maercker. Die Bilder gibt es zudem unter anderem künftig auch in der Touristinfo der Stadt.

„Die Fensterbilder sollen an Fenstern und Hauswänden in der ganzen Stadt zu sehen sein“, wünscht sich Künstlerin Christine de Boom aus Klein Görnow, die Schwester von Renate Maercker. De Boom hatte vor zwei Jahren die Idee und reichte sie unter dem Motto „Wir können Kunst“ als Projekt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung ein. „Man sollte viel mehr danach schauen, was es Besonderes an dem jeweiligen Ort gibt“, wünscht sich de Boom.

Künstlerin Christine de Boom aus Klein Görnow mit einem der 28 verschiedenen selbstklebenden Fensterbildern.  Fotos: R. Güttler
Künstlerin Christine de Boom aus Klein Görnow mit einem der 28 verschiedenen selbstklebenden Fensterbildern. Fotos: R. Güttler
 

Bei der Motivsuche und Inspiration der Kinder von der ersten bis sechsten Klasse stand die Heilige Elisabeth Pate. Sie wurde wegen ihrer christlichen Nächstenliebe für Arme und Kranke ausgewählt. Im Chor der Klosterkirche gibt es ein Glasmalerei-Fenster mit der Hl. Elisabeth, als eines von fünf der ältesten und bedeutendsten Glasmalereien Mecklenburgs (um 1240).

Seit vergangenem Herbst arbeiteten die Kinder an ihrem Bild, stiegen zuerst vier Meter die Leiter hoch zur Elisabeth-Anschau. Und dann ließ die Künstlerin der kindlichen Fantasie freien Lauf.

Für 2020 hat Christine de Boom bereits ein neues Projekt im Blick: 800 Jahre Kloster Dobbertin.

Hintergrund: Heilige Elisabeth

Elisabeth von Thüringen, geboren im Jahr 1207, ist eine Heilige der katholischen Kirche und galt als „deutsche Nationalheilige“. Berühmte Maler des Mittelalters nahmen sich ihrer an, so gibt es ein Gemälde von Hans Holbein dem Älteren aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der Namenstag der Landespatronin von Thüringen und Hessen fällt auf den 19. November, den Tag ihrer Beisetzung im Jahr 1231 in Marburg an der Lahn. Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird die Heilige aber auch im Protestantismus verehrt. Über ihren Geburtsort gibt es Unstimmigkeiten. Angegeben werden Pressburg, das heutige Bratislava, oder auch die Burg Rákóczi im ungarischen Sárospatak. Später kam sie auf die Wartburg bei Eisenach.

Pfingsten 1235 wurde Elisabeth bereits heilig gesprochen.

Um 1240 wurde auch ein Elisabethbild im Chor der 1219 erbauten Klosterkirche von Neukloster eingebaut.

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