Jesendorf : „80 Kilo Honig – Anfängerglück“

Die erste Honigsaison von Neu-Imker Ronald Dannehl aus Jesendorf.
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Die erste Honigsaison von Neu-Imker Ronald Dannehl aus Jesendorf.

Jesendorfer Ronald Dannehl ist mit der ersten Saison als Imker sehr zufrieden. Bienenhaltung ist momentan vor allem in den Städten angesagt

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13. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Ronald Dannehl aus dem Lindenort Jesendorf bot auf der Dorfweihnacht am Sonntag sein „Gold“ an – samt der Pappschildwerbung „Honig aus eigener Imkerei“. Es ist „meine erste Saison. Ich habe 80 Kilo Honig geschleudert – Anfängerglück.“ Er habe einen Lehrgang besucht beim Eldeland Bioimkerei Verband in der Marnitzer Region und sich dann in diesem Jahr zwei Völker zugelegt. „Das war gar nicht so einfach, an ein Volk heranzukommen, wegen der Varroamilbe und des Bienensterbens insgesamt vor Jahresfrist. Aber ich habe dann doch noch zwei Völker ergattern können“, so Dannehl. Seine fleißigen „Summsen“ hat er auf seinem Grundstück stehen, Wanderimkerei betreibt er nicht. Die Straße vor seinem Haus heißt nicht umsonst Lindenallee. Die alten riesigen Bäume bereiten der Gemeinde wegen ihres Zustandes zwar zunehmend Kopfzerbrechen, für Dannehls Bienen waren sie heuer aber ein Volltreffer. Zur Verwunderung von Wolfgang Pfeffer von der Bioimkerei in Drefahl bei Marnitz, der auch 2018 ab März über den Eldeland-Bioimkerei-Verband Lehrgänge für Neuimker anbietet: „Da hat der Jesendorfer aber Glück gehabt. Es war insgesamt kein gutes Honigjahr. Ich hatte diesmal gar keinen Lindenblütenhonig, es lag an der Nässe. Aber auch wenn es zu windig ist, trocknet der Nektar ab und die Bienen finden dann kaum etwas bei den Linden“, weiß der Experte.

Um so mehr darf sich Ronald Dannehl über seinen Erfolg freuen. „Wir essen jetzt sehr viel Honig, in der Woche verbraucht die Familie, das sind drei Personen, ein Glas.“ Zudem habe er schon Vieles unter die Leute gebracht. „Ich habe extra einige Gläser für die Dorfweihnacht zurück gehalten“, verkündet Dannehl, der beruflich als landwirtschaftlicher Mitarbeiter bei der Wariner Pflanzenbau eG tätig ist.

Was die Bienen betrifft, so stellt der Jesendorfer längst keinen Einzelfall dar. „Imkerei ist momentan sehr angesagt, vielfach im städtischen Bereich, auf dem Land geht sie eher zurück. In Berlin treten sich die Imker auf die Füße. Wir hingegen haben eine sehr überalterte Imkerschaft. In den kommenden Jahren wird es darum einen deutlichen Rückgang geben“, erwartet Pfeffer.

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