Dabel : 80-jähriges Jubiläum in Dabel

Austausch mit der Partnergemeinde: (v.l.) Tommy Konkol, Thomas Pahlke, Günther Selig (Dabel) , Ingo Stoltenberg, Bürgermeister Klaus Pfeiffer und Björn Pagenkop.
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Austausch mit der Partnergemeinde: (v.l.) Tommy Konkol, Thomas Pahlke, Günther Selig (Dabel) , Ingo Stoltenberg, Bürgermeister Klaus Pfeiffer und Björn Pagenkop.

Viele Gratulanten bei der Freiwilligen Feuerwehr Dabel. Gespräche bei Freibier und Gulasch.

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16. März 2014, 17:26 Uhr

Es sollte ein nettes Beisammensein werden, hatten sich die Dabeler Kameraden vorgenommen. Doch zum 80-jährigen Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr kamen so viele Gratulanten, dass der Appell in der Fahrzeughalle länger wurde als geplant. Wehrführer Axel Gräber konnte neben den Glückwünschen der Gemeinde, den Kameraden der Wehren des Amtes auch viele Präsente von Dabeler Vereinen entgegennehmen. Dass die Gratulanten regelrecht Schlange stehen, damit hatte er nicht gerechnet. Doch es zeigt deutlich, welchen hohen Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde beigemessen wird. Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Parchim Dietmar Arendt betonte noch einmal, dass die Bedingungen unter denen die Feuerwehr wirken kann, maßgeblich von der Gemeinde und ihren Vertretern abhängen und diese nicht überall so ideal seien wie hier. Er klagte, dass „viele Verwaltungen dem Ehrenamt nicht gerade zuträglich gegenüber stehen“. Erfreulicherweise steige in den letzten Jahren immerhin wieder die Bereitschaft zum Ehrenamt in der Bevölkerung. Auch Axel Gräber wollte bei aller Rückschau und Jubiläumsstimmung nicht die Gelegenheit ungenutzt lassen, auf die „besorgniserregende“ Personalsituation der Feuerwehr einzugehen. Das Mannschaftsbild mit dreißig Mitgliedern mache zwar einen guten Eindruck, doch er scheute sich nicht, einmal hinter die Zahlen zu blicken. Allein zehn, meist junge Kameraden hielten sich berufsbedingt überhaupt nicht in Dabel auf und neun ständen während der Alarmierung am Tage nicht immer zur Verfügung, weil sie außerhalb Dabels arbeiten, erklärte der Wehrführer. Er prangerte an, dass die Gefahr bestehe, „dass aus schlichter egoistischer Bequemlichkeit jede Verantwortung für das Wohlergehen des Gemeinwesens auf den Staat, die Kommunen oder auf gemeinnützige Organisationen abgeschoben wird.“ Umso mehr dankte er den Kameradinnen und Kameraden, die Gefahr für ihre Gesundheit auf sich nehmen und oft genug persönliche Interessen hinten anstellen und dem Wohl aller Einwohner der Gemeinde opfern. Er warb noch einmal um „Seiteneinsteiger“, die bisher mit der beruflichen Entwicklung oder Familienbetreuung ausgelastet waren, in der Feuerwehr vorbei zu schauen. Ein ganz praktisches Beispiel zur Einsatzbereitschaft lieferten gleich die Kameraden aus Probsteierhagen. Trotz Schichtarbeit ließ es sich Wehrführer Thomas Pahlke nicht nehmen, wenn auch mit Verspätung, zu gratulieren, derweil sein Stellvertreter Ingo Stoltenberg mit den Kameraden bereits einen Einsatz hinter sich hatte. So sorgte die Partnergemeinde, zu der seit 1991 besonders über die Feuerwehr enge Beziehungen bestehen, gleich für den Gesprächsstoff bei der lockeren Runde nach dem offiziellen Teil. Bei Kaffee und Kuchen schwelgten die Besucher in Erinnerungen. Eva Krebs und ihre Töchter Gudrun und Martina hatten sich den Geburtstagsbesuch nicht entgehen lassen. „Unser Vater war Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, so Gudrun Seliger und verweist begeistert auf die alten Fotos, die als Diaschau gezeigt wurden. „Da ist er zu sehen und den alten Helm, den sie dort tragen hab ich auch noch“, ergänzt Schwester Martina Meyer. „Leider ist keines von seinen Kindern in seine Fußstapfen getreten, vielleicht sollte man doch über einen Seiteneinstieg nachdenken“, reflektierte sie. Bei Spaß und Spiel für die Kinder, die natürlich auch eine Runde mit der Feuerwehr drehen konnten, kam schnell die gewünschte Geburtstagsstimmung auf. Für viele Dabeler war eine Aussichtsfahrt mit der Drehleiter aus Sternberg, um ihren Ort einmal von oben zu sehen, natürlich Pflicht. Bei Freibier und Gulasch zur Mittagszeit nutzten die Kameraden die Gelegenheit zum intensiven Austausch.

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