Seltenes Ehejubiläum : 65 Jahre verheiratet: Ehepaar aus Bolz feiert eiserne Hochzeit

Helga und Josef Wickert aus Bolz, am 24. August 65 Jahre verheiratet, feierten die eiserne Hochzeit am Sonnabend mit Kindern, Enkeln und Urenkeln im Mustiner Gemeindehaus.
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Helga und Josef Wickert aus Bolz, am 24. August 65 Jahre verheiratet, feierten die eiserne Hochzeit am Sonnabend mit Kindern, Enkeln und Urenkeln im Mustiner Gemeindehaus.

Helga und Josef Wickert haben acht Kinder groß gezogen und freuen sich nun auch über 18 Enkel und 14 Urenkel.

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28. August 2016, 21:00 Uhr

Ein Enkel habe gemeint, Opa könnte sich einen Bart wachsen lassen. Und den trägt Josef Wickert nun stolz. Ansonsten haben er und Ehefrau Helga sich gegenüber ihrem seltenen Ehejubiläum vor fünf Jahren äußerlich kaum verändert. Dem folgte nun ein weiteres – die eiserne Hochzeit nach 65 Ehejahren.

Mag sein, dass etwas Grau hinzu gekommen ist. Und im Alltag wird ambulante Hilfe einer Pflegekraft gebraucht. Zudem kommt Margrit Sühs, die viertälteste Tochter, jeden Vormittag aus Sternberg und kümmert sich um die Eltern. Die Kaninchen versorgt Josef Wickert aber jeden Morgen selbst. Danach liest er die SVZ, nach wie vor sehr ausgiebig. „Dann ist bald Mittag“, erzählt der Senior schmunzelnd. Hühner, Enten, Hund und Katze sind beim ältesten Sohn Manfred, Jahrgang 1960, der im gleichen Haus wohnt, in den besten Händen.

In ihr heutiges Heim in Bolz, ein Rohbau, den es erst einmal fertig zu stellen galt, zogen Wickerts 1959 als junges Paar. Kennen gelernt hatten sie sich beim Erntefest. Die 16-Jährige war im September 1947 wie andere Flüchtlinge gerade erst aus Pommern gekommen und ihrem späteren Angetrauten noch nicht begegnet. Ihm sei sie jedoch gleich aufgefallen. Das werde mal seine Frau, sei es ihm durch den Kopf gegangen. Er stammt aus dem heutigen Kroatien, das seinerzeit zum Königreich Jugoslawien gehörte, musste wegen des Krieges mit 14 Jahren seine Kaufmannslehre abbrechen und auf der Flucht mit Mutter und drei Schwestern die Vaterrolle übernehmen. Josef Wickert ging in die Landwirtschaft, seine Frau folgte ihm später den Sommer über.

Acht Kinder, sechs Mädchen und zwei Jungen, zog das Ehepaar groß, erst das sechste war der ersehnte Sohn. „Ich sollte danach auch noch mal ein Junge werden“, sagt Edith Herrmann, die jüngste Tochter, die „zurück zu den Wurzeln“ gekehrt ist und seit drei Jahren in Sternberg wohnt. Erst beim achten Kind habe es noch mal geklappt. „Nachdem dann der erste Fernseher im Haus war, kamen keine Kinder mehr“, fügt sie lachend an. Wickerts freuen sich inzwischen über 18 Enkel und

14 Urenkel – und der 15. ist schon unterwegs.

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