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Gemeinde Weitendorf : 500 Euro Begrüßungsgeld für Babys

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Gemeinde hält an dem 500-Euro-Willkommensgeschenk für ihre jüngsten Erdenbürger fest.

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 12:04 Uhr

Über jeweils 500 Euro als Willkommens-geld für ihre Babys freuten sich am Sonntag Christine Windelberg aus Schönlage sowie Sandra Jahrmatter, die bis vor kurzem in Weitendorf wohnte, seit April aber nach Ventschow gezogen ist. „Wir brauchten eine größere Wohnmöglichkeit und die gab’s in Weitendorf einfach nicht. Aktuell gibt es hier ein freies Grundstück, der Preis ist astronomisch“, so Papa Jörg Poschmann.

Aus Sandra Jahrmatter werde demnächst eine Poschmann; einen Hochzeitstermin gebe es aber noch nicht, verkündet die junge Mutter. Deren 19 Wochen alte Tochter Pia Poschmann kam übrigens am 29. Februar zur Welt. Die Familie komplett macht die vierjährige Anna. Und irgendwann möchte man auch gerne nach Weitendorf zurück…

Bei Christiane Windelberg ist die am 2. Mai geborene Laurentia Maria bereits das fünfte Kind. „Und alles Mädchen, echte Qualitätsarbeit eben“, betont die Schönlagerin, zu ihrem Mann Stephan hinüberblickend. Auch für Ronja (12), Clara (11), Emma (7) und Ida Lucretia (4) gab’s schon das Begrüßungsgeld.

Seit nunmehr 16 Jahren gibt es dieses besondere Willkommensgeschenk für die jüngsten Einwohner in der Gemeinde Weitendorf. Als einzige übrigens im Amtsbereich, alle anderen Städte und Gemeinden strichen die „Baby-Prämie“ bereits vor Jahren, weil sie diese finanziell nicht mehr stemmen konnten oder ihre Sinnhaftigkeit anzweifelten. Lediglich in Kobrow gibt es einen 50-Euro-Gutschein für die neuen Erdenbürger als symbolische Geste.

Letzteres geht auch der seit 16. Juni offiziell im Amt befindlichen neuen Weitendorfer Bürgermeisterin durch den Kopf, wie sie am Sonntag anklingen ließ. Schnell fügt Andrea Sielaff aber hinzu mit Blick auf das 500-Euro-Begrüßungsgeld: „Ärmer werden wir dadurch nicht und reicher auch nicht.“ Und so gibt es die Tradition weiter; so lange, wie es sich Weitendorf irgendwie leisten kann.

Die Bürgermeisterin hatte im Freien bei dem schönen Sonntagswetter auf der Rasenfläche neben dem Gemeindehaus einen Tisch gedeckt mit Apfelschorle für mitgekommene Geschwister der Neuankömmlinge sowie Obsttörtchen. „Die habe ich morgens noch schnell gebacken“, so Andrea Sielaff.

Nach Übergabe der Willkommens-Urkunden gab es noch ein kleines Ständchen. Dafür sorgten Clara (11) und Emma (7) Windelberg, die beide am Schweriner Konservatorium Geige spielen. Erst trat die Jüngere auf ihrer Achtel-Geige mit Arielles Weltreise auf. Das klang toll, spielt sie doch erst seit zwei Jahren. Dann war Clara, die bereits seit fünf Jahren Geigenunterricht nimmt, an der Reihe. Ganz ohne Noten trug die Elfjährige den 3. Satz von Vivaldis Concerto für Violine vor. Der Beifall der sichtlich beeindruckten Nicht-Windelberg-Zuhörer war ihr gewiss.

Zwei Schwestern von Stephan Windelberg sind Geigen-Lehrerinnen. Und so verwundert sein Nachsatz nicht: „Bei uns herrscht die Streicherkrankheit.“

Die „Jung-Streicher“ sind eifrig bei der Sache. Clara übt nach eigenen Worten „fast jeden Tag“ und ganz nebenbei gehen beide auch noch zum Judo in Brüel. „Jedes Wochenende ist aktuell ein Orchesterauftritt“, erzählt Christiane Windelberg. Clara spielt im Jugendsinfonieorchester und Emma im Concertino für Grundschulkinder.  

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