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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. September 2017 | 00:19 Uhr

Brüel : 329 Kriegsopfer bekommen ihren Namen zurück

vom

Auf dem Kriegsgräberfeld auf dem Alten Friedhof in Brüel entsteht eine würdige Gedenkstätte. Knapp ein Jahr nach Beginn der Spurensuche haben die Arbeiten dafür begonnen.

svz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 08:54 Uhr

Brüel | Auf dem fast ein Hektar großen Kriegsgräberfeld auf dem Alten Friedhof in Brüel entsteht eine würdige Gedenkstätte. Knapp ein Jahr nach Beginn der Spurensuche haben die Arbeiten dafür begonnen. Bereits beendet wurde der Pflegeschnitt an 33 Linden und Ulmen, die von krankem und totem Holz befreit wurden. Als nächstes soll ein wassergebundener Weg angelegt werden, der zu einem zentralen Gedenkplatz führt. Im kommenden Jahr wird die Gedenkstätte dann mit dem Aufstellen der Soldatenkreuze, des Gedenkkreuzes und der beiden Stelen komplettiert. "Das Auftragen der Namen wird am arbeitsintensivsten sein", sagt Birgit Janz von der Friedhofsverwaltung des Amtes Sternberger Seenlandschaft.

329 Tote auf dem so genannten Typhusacker - bislang eine Rasenfläche auf dem Friedhof - konnten identifiziert werden. Deren Vor- und Nach namen, Geburts- und Sterbedatum sowie bei ausländischen Bürgern auch die Staatsangehörigkeit werden auf dem Stein eingraviert. Litauen, Russland, Tschechien, Rumänien, Polen, Jugoslawien, Amerika, Dänemark und Ungarn sind nur einige der Heimatländer.

Es sind vor allem Flüchtlinge - nur einige wenige Soldaten -, die in den Jahren des zweiten Weltkrieges und danach die Strapazen nicht überlebt haben und viele Jahre namenlos in Brüel ihre letzte Ruhestätte fanden. Unter ihnen sind auch viele Verstorbene aus den überfüllten Auffanglagern und Lazarettstationen wie in Brüel-Kronskamp und Alt Necheln. Zum Ende des Sommers 2012 sollen die Arbeiten an der Gedenkstätte abgeschlossen sein und diese dann über die Kriegsgräberfürsorge und die Stadt auch feierlich eröffnet werden.

"Es ist gut, dass man auch an das Leid und die Not erinnert, die es im Krieg und in den Jahren danach gegeben hat. Ich bin froh, dass alle Beteiligten sich für diese einfache und würdige Stätte ausgesprochen haben. Die Gedenkstätte tut auch der Stadt gut. Ich bin aber auch sehr dankbar dafür, dass wir für die

Gedenkstätte Fördermittel bekommen haben", erklärt Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg.

Insgesamt 44 000 Euro Fördermittel fließen über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 10 000 Euro davon stehen für Arbeiten in diesem Jahr zur Verfügung.

Auch Birgit Janz von der Friedhofsverwaltung des Amtes freut sich, dass der Wunsch nach einer Gedenkstätte Wirklichkeit werden kann. "Zeitzeugen waren auf mich zugekommen und hatten mir von dem Gräberfeld erzählt. Ich habe dann Joachim Mühlböck angesprochen. Er engagiert sich bei der Kriegsgräberfürsorge, und ihn kannte ich. Joachim Mühlböck hat sich dann gleich voll reingekniet", sagt Birgit Janz. Beide studierten Kirchen- und Lage bücher und befragten Zeitzeugen. Mehrere Ortstermine fanden statt und eine Informationsveranstaltung im Brüeler Bürgerhaus.

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