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Versteigerung des ehemaligen Bekleidungswerks : 30 000 Euro für Sternberger Objekt

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Am Sonnabend kam der hinter der Tankstelle gelegene Komplex des ehemaligen VEB Bekleidung Sternber an der Brüeler Chaussee bei der 2013er-Herbstauktion im Rostocker "pentahotel" unter den Hammer.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 06:52 Uhr

Sternberg/Rostock | "Es passt wie die Faust aufs Auge, es war mein Wunschkandidat", sagt Jens Lahl, der Geschäftsführer des Güstrower Bildungshauses. Dieses hat außer in der Barlachstadt auch in Rostock und Sternberg jeweils einen Standort. Das Bildungshaus ist derzeit der einzige Mieter des kurz nach der Wende abgewickelten ehemaligen VEB Bekleidung Sternberg. Der gesamte Gewerbekomplex war in der 90ern von der Treuhand schon einmal in die Versteigerung gegeben worden. Ein Privatmann hatte seinerzeit den Zuschlag bekommen und wollte es jetzt wieder veräußern (SVZ berichtete).

Am Sonnabend kam der hinter der Tankstelle gelegene Komplex an der Brüeler Chaussee bei der 2013er-Herbstauktion im Rostocker "pentahotel" durch die Norddeutsche Grundstücks auktionen AG unter den Hammer. Das Mindestgebot von 15 000 Euro verdoppelte sich am Ende. Der Zuschlag soll an einen Bieter aus Nordrhein-Westfalen gegangen sein - eben der Wunschkandidat aus Sicht des Güstrower Bildungshauses.

Im Vorfeld hatte bei Lahl eher Skepsis geherrscht, er sagte vor wenigen Tagen gegenüber SVZ: "Es gibt Interessenten. Bei einem Besichtigungstermin vor der Auktion waren fünf hier. Bei einem Verkauf befürchten wir, dass uns gekündigt wird." Zwar sei sein Mietvertrag unbefristet, "aber was das nach einem Eigentümerwechsel noch zähle, bleibe abzuwarten", gab er sich skeptisch.

Der Pessimismus ist inzwischen deutlich der Erleichterung und Zuversicht gewichen, wie Lahls Eingangszitat beweist. "Der neue Besitzer hat mit meinem Kollegen, der ihn bei der Besichtigung durchs Haus geführt hatte, gleich am Sonnabend um 20 Uhr telefoniert.

Der Käufer wolle mit den derzeit leer stehenden Gebäuden auf dem insgesamt 11 346 Quadratmeter großen Gelände laut Jens Lahl "was mit Holz machen und dafür die Lager nutzen". Und er brauche Hilfe, "wir könnten dafür ein paar Arbeitskräfte qualifizieren", so Lahl, der hinzufügt: "Für die Region kann das nicht verkehrt sein. Das kann vielleicht - ich formuliere es bewusst so zurückhaltend - ein paar Arbeitsplätze bringen." Das Güstrower Bildungswerk kümmert sich in erster Linie um Langzeitarbeitslose.

Das zweite regionale Objekt, ein Wohnhaus mit ca. 5100 Quadratmeter großem Grundstück in der Neuen Straße in Hohen Pritz, fand indessen am Sonnabend in Rostock keinen Käufer. Die ehemalige Neubauernstelle war um 1950 errichtet und nach 1990 teilsaniert worden. Aber vielleicht passiert da noch was im so genannten Nachlauf - das Mindestgebot beträgt in dem Fall 39 000 Euro. "Die nicht veräußerten Objekte befinden sich jetzt acht Wochen lang im Nachverkauf. Und danach gehen sie zurück an ihren Eigentümer", erläutert Jacqueline Masopust von der Pressestelle der Auktionsfirma das weitere Prozedere.

Die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG, die seit 2001 viermal im Jahr Objekte unter den Hammer bringt, veräußerte am Sonnabend bei der bereits 84. Auktion dieser Art 56 Immobilien im Auftrag der Eigentümer. Der Gesamt erlös liegt bei 2 114 750 Euro (Mindestangebote 1 255 700). Über 350 Bieter und Gäste verfolgten die Auktion in Rostock.

Mit dem Erlös bewegt man sich im Schnitt. Bei der Sommerauktion im Juni waren es 1,9 Millionen Euro und in diesem Frühjahr gar fast 2,5 Millionen. Masopust hob hervor, "dass diesmal mit 69 ziemlich viele Objekte drin waren" (47 im Sommer - d. Red.) . Und für lediglich 13 fand sich diesmal kein Bieter. Neben Hohen Pritz betraf das u.a. zwei Objekte in Cambs und Kossebade, und selbst Rügen ist da doppelt vertreten.

Zu längeren Bieter-Duellen, sowohl von Unternehmen als auch Privatpersonen, kam es vor allem für größtenteils vermietete Mehrfamilienhäuser in Sarow, Beggerow und in Herzberg bei Parchim. Mehr als zehn Bieter waren unter anderem an der Auktion eines Wohnblockes in Herzberg beteiligt. Aufgerufen zum Startgebot von 35 000 Euro lag das Höchstgebot am Ende bei 112 000 Euro. Masopust: "Nach über 200 Exposé-Abfragen für Herzberg was das Ergebnis nicht überraschend."

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