Warin : 220 Personen pro Woche versorgt

Seit drei Jahren steht Silke Pohl (r.) der Wariner Tafel vor. Auf Monika Lass (l.) und Astrid Krohn kann sie sich stets verlassen.
Seit drei Jahren steht Silke Pohl (r.) der Wariner Tafel vor. Auf Monika Lass (l.) und Astrid Krohn kann sie sich stets verlassen.

Die Wariner Tafel existiert seit neun Jahren. Vor allem Ältere, Berufsunfähige und lang Erkrankte aus dem Amtsbereich nutzen das Angebot.

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10. März 2018, 05:00 Uhr

220 Personen, darunter 55 Kinder, versorgt die Wariner Tafel aktuell mit Brot, Wurst, Gemüse, Milchprodukten und weiteren Dingen des täglichen Bedarfs. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nicht groß verändert. Seinerzeit waren es 157 Erwachsene und 58 Kinder. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2015 zählte man noch 360 Leute, davon 100 Kinder (SVZ berichtete). Doch auch die über 200 Bedürftigen – nur in der Zweiseenstadt gibt es eine Tafel im Amt Neukloster-Warin – sind eine ganze Menge für die Region. Zum Vergleich: Zur Tafel-Gründung am 1. Oktober 2009 waren es 60, die vorbeikamen.

„Die Menschen kommen aus Neukloster, Warin und den umliegenden Gemeinden“, weiß die kürzlich wiedergewählte ehrenamtliche Vorsitzende Silke Pohl. Das Tafel-Auto fahre aber auch extra nach Neukloster ins dortige Problem-Neubaugebiet, um die Versorgung vor Ort für Menschen mit Sozialbescheiden aller Art vorzunehmen. Solch ein Bescheid ist Voraussetzung, um bei der Tafel Lebensmittel zu erhalten. Zudem tausche man sich mit den Tafeln in Sternberg und Wismar aus.

Das Schicksal, auf Hilfe dieser Art angewiesen zu sein, ist vielfältiger Natur. Seien es ältere Menschen, die mit ihrer Minirente nicht auskommen, oder Berufsunfähige. „Manchmal denkt man: Was, der kommt auch vorbei? Und man ordnet ihn von der Arbeit irgendwo außerhalb ein. Und dann erfährt man: Der Mann ist doch schon längere Zeit erkrankt…“, berichtet Silke Pohl. Derzeit kämen hingegen nur fünf junge Mütter mit Kind. „Andere schämten sich wohl“, vermutet die Tafel-Leiterin, die auf ihr Helferteam schwört. „Der harte Kern sind 16 Leute. Großes Lob an die Kollegen.“

Andreas Spriewald, Rechtsanwalt und für die Linkspartei im Stadtparlament, gehört zur den Wariner Tafel-Gründern. „Vor 25 Jahren wurde in Berlin die erste Tafel aus der Taufe gehoben. Mittlerweile gibt es 937 in ganz Deutschland. Diese sind Ausdruck einer verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik, sonst würde es uns gar nicht geben!“

Die Wariner Tafel öffnet dienstags beziehungsweise am Freitag in der Zeit von 13.30 bis 14.30 Uhr, Jede Woche, 52-mal im Jahr.

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