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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. Oktober 2017 | 14:22 Uhr

Historisches Inferno : 1947: Großbrand in Warin

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das zweite Aus für einen Industriestandort

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Im Mai 1947 loderten am nördlichen Stadtrand von Warin die Flammen. Das große Holzlager der Hackendahl’schen Dampf-Sägerei und die dort befindliche Spielzeugfabrik brannten. Wahrscheinlich hatte Funkenflug einer Dampflokomotive vom nahen Bahngleis das Silo für Holzspäne in Brand gesetzt. Die vielen Holzstapel drum herum standen schnell in Flammen. Es war das zweite Aus für diesen Standort. In Warin gab es zwei große Sägereien. Die eine betrieb seit 1910 Bauunternehmer Junge gegenüber dem Friedhof (Gelände ehemals Penny). 1931 übernahm die Sägerei Architekt Busch aus Wismar, der später mit dem Bauunternehmer Freitag zusammen arbeitete. Das Unternehmen Busch & Freitag bestimmte lange das Baugeschehen in Warin. Die zweite Sägerei lag nördlich auf der anderen Seite der feuchten Wiese (heute: Am Strand). Sie war eines der wirtschaftlichen Standbeine der Unternehmerfamilie Hackendahl.

Doch nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es den großen Absturz. Alles was für eine Sägerei technisch wichtig war, wurde per Befehl vom 8. September 1945 (LHAS 6.22-1 Nr.131) demontiert und als Reparationsleistung in die damalige Sowjetunion verbracht. Neben Hackendahls Sägerei betraf eine derartige Maßnahme der Siegermacht auch die Ziegelei Prestin. Zeitzeugen berichteten, dass sie der Brand des Holzlagers sehr betroffen hätte. Dort wäre der ideale Platz zum heimlichen Kuscheln gewesen auf dem Weg vom Tanz in der Strandgaststätte zurück in die elterliche Wohnung ohne eigenes Zimmer.

Bleibt noch die spannende Frage: Gibt es noch Spielzeug, das in der Wariner Spielzeugfabrik hergestellt wurde? Mir ist, als hätte mir mein Vater 1948 eine Holzkuh aus Warin mitgebracht, die selbstständig eine Schräge herunter wackeln konnte. Wurde sie in Warin gefertigt?

 


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