Sternberg/Parchim/Wismar : 19 km/h zu schnell durch Borkow

Rene Stamer, mtierender Leieter Einsatz des Polizeireviers Sternberg.
Rene Stamer, mtierender Leieter Einsatz des Polizeireviers Sternberg.

Blitzermarathon ließ die Kraftfahrer auch im Bereich des Sternberger Polizeireviers „vorsichtiger als an anderen Tagen“ unterwegs sein.

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17. April 2015, 17:38 Uhr

Wer denkt, nach dem Blitzermarathon könne man wieder schneller mit dem Auto unterwegs sein, der sah sich gestern getäuscht. Auch da wurde – örtlich unterschiedlich – weiter kräftig gemessen. Denn der Blitzermarathon war diesmal gekoppelt mit den europaweiten, ca. alle sechs Wochen durchgeführten Tispol-Kontrollen zu den verschiedensten Thematiken. Aktuell läuft sie zum Thema „Speed“. Tispol geht stets über eine Woche, die jüngste vom vergangenen Montag bis zum morgigen Sonntag.

Was den Blitzermarathon betrifft, den dritten übrigens europaweit in der Form, so gab es im Bereich des Polizeireviers Sternberg „den Tag über 24 Feststellungen per Laser, allesamt im Verwarngeldbereich. Die höchste Überschreitung war 19 km/h drüber in Borkow“, erläutert René Stamer auf SVZ-Nachfrage. Der im Raum Crivitz Wohnende ist seit 1. April als amtierender Leiter Einsatz des Sternberger Reviers tätig. Zuvor arbeitete er als Gruppenführer bei der so genannten Besonderen Verkehrsüberwachung der Autobahnpolizei Stolpe.

Die insgesamt ein Dutzend beim Blitzermarathon eingesetzten Beamten des Sternberger Reviers hatten vier Kontrollstellen eingerichtet: Neben Borkow waren die in der 50er-Zone in Dabel, ebenfalls Bundesstraße 192, sowie am Walther-Rathenau-Platz in Sternberg und in Leezen, Görslower Straße. Insgesamt wurden am Mittwoch/Donnerstag „214 Fahrzeuge gemessen. Man hält instinktiv drauf, bei denen, wo man denkt, die könnten schneller sein“, so Stamer.

Für den Landkreis Ludwigslust-Parchim weisen die Blitzermarathon-Zahlen 175 Geschwindigkeitsüberschreitungen aus, davon 66 per Laser festgestellt. Gemessen wurden an den etwa 30 Kontrollstellen exakt 4979 Fahrzeuge. „Das entspricht einer Überschreitungsquote von 3,5 Prozent, sonst sind zwischen fünf bis zehn Prozent üblich“, so Pressesprecher Klaus Wiechmann einordnend.


Brahlstorf ist und bleibt eine Blitzerfalle


Die meisten Übertretungen wurden bei einer achtstündigen Kontrolle auf der B 104 bei Brahlstorf festgestellt. Allein dort registrierte Stamers ehemalige Truppe von der Autobahnpolizei Stolpe 109 Tempo-Verstöße, wobei der Spitzenwert der Überschreitungen bei zulässigen 100 km/h durch einen Autofahrer mit 132 km/h erreicht wurde.

Über beide Tage (Mittwoch/Donnerstag) gesehen schoss das in einer Senke befindliche Gerät gleich 227 teure Fotos. „Das ist wenig im Vergleich zu normalen Tagen“, so Stamer. In die dortige Blitzerfalle gerieten die Kraftfahrer vor allem in den „zwei Rush-Hour-Zeiten von 6.30 bis 9 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr“, bemerkt Stamer.

Im Nordwestkreis wurde beim Blitzermarathon an 15 Kontrollstellen die Geschwindigkeit von über 3750 Fahrzeugen überprüft. Hier gab es 103 Verstöße.

Dank der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit im Vorwege und am „Marathontag“ waren die meisten Fahrzeugführer in beiden Landkreisen laut Polizeiangeben „vorsichtiger als an anderen Tagen unterwegs“. Stamer: „Allerdings hat das nur eine temporäre Erziehungswirkung. Die Leute sind durch den Blitzermarathon sensibilisiert, aber sie vergessen es schnell wieder. Es wäre eine langfristige Wirkung wünschenswert.“

In dem Zusammenhang wünscht sich der neue Mann bei der Sternberger Polizei, „dass die Blitzerwarnungen im Radio mit einem Spruch/Hinweis verbunden sein sollten, der auf Unfallgefahren und Verkehrstote Bezug nimmt.“

2013 gab es 27 Verkehrstote allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim, 2014 sollen es auch wieder über 20 sein. Die genauen Zahlen dazu für die einzelnen Kreise und fürs Bundesland gesamt werden kommende Woche vorgelegt.

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