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Sternberger Kleingärtner entsetzt über dreisten Diebstahl : 17 Sträucher und drei Bäume ausgegraben

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Dietrich und Edith Lenz stehen fassungslos in ihrer Parzelle. Wo Birnenbäume und Coxorange standen, klaffen Löcher in der Erde. Am Montagnachmittag wollten beide Johannisbeeren pflücken - und wurden böse überrascht.

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erstellt am 01.Aug.2012 | 10:39 Uhr

Sternberg | Dietrich und Edith Lenz stehen fassungslos in ihrer Parzelle. Wo Birnenbäume und Coxorange standen, klaffen Löcher in der Erde. "Den Apfelbaum haben wir vor fast 25 Jahren selbst gepflanzt. Der muss große Wurzeln haben, die einfach abgehackt wurden. Der Baum wächst doch gar nicht mehr an", sagt der Sternberger. Seine Frau erinnert sich noch gut daran, wie sie sich seinerzeit in die Wartenden eingereiht hatte, um in der ehemaligen BHG in Sternberg diesen Baum zu ergattern, erzählt sie.

Das Ehepaar hatte sich in jüngster Zeit nicht mehr so intensiv um seine Parzelle in der Kleingartenanlage "Am Brunnenweg" kümmern können und darüber auch die Gartennachbarn informiert. Die fast 92-jährige Mutter von Dietrich Lenz hatte noch mehr Fürsorge von ihrem Sohn gebraucht als sonst, zudem beanspruchten Bauarbeiten in dem Mietshaus, in dem Lenz’ wohnen, sehr viel Zeit und Kraft. "Jetzt geht es meiner Mutter glücklicherweise etwas besser und wir haben wieder Zeit für unseren Garten", sagt der 69-Jährige.

Am Montagnachmittag wollten nun beide Johannisbeeren pflücken - und wurden böse überrascht. "Wir sind so enttäuscht. Ich verstehe nicht, was Menschen alles machen. Das Gartentor war doch abgeschlossen. Und nur, weil der Garten derzeit vielleicht ein bisschen so aussieht, als wenn er nicht mehr bewirtschaftet wird, ist das noch kein Grund, hier stehlen zu gehen", zeigt sich Dietrich Lenz enttäuscht. Links und rechts des Mittelweges entdecken er und seine Frau immer mehr ausgehobene Gruben. "Da stand eine weiße Johannisbeere, hier auch. Und dort zwei Stachelbeeren", sagt er und zeigt auf die an der Erde liegenden Holzstäbe. "Mein Mann hat sich vieles aus Erfurt schicken lassen, vom Versandhandel. Das waren alles Hochstämme", sagt Edith Lenz. Zwei Birnenbäume, einen Apfelbaum, eine schwarze, vier weiße und sechs rote Hochstamm-Johannisbeeren sowie sechs Hochstamm-Stachelbeeren haben der oder die Diebe in dem Garten ausgegraben, bilanziert das Ehepaar nach einer ersten Bestandsaufnahme. Edith und Dietrich Lenz sind verärgert, aber mehr noch enttäuscht. Trotzdem wollen sie von vorn beginnen. "45 Jahre wohnen wir in Sternberg, 44 Jahre haben wir unseren Garten.Das war mal ein Vorzeigegarten und das soll er wieder werden. Wir werden ihn jetzt säubern und dann noch Erdbeeren pflanzen", blickt sie in die Zukunft. Was der Garten an Obst und Gemüse hergibt, wird verarbeitet. Wie jetzt die Klaräpfel, die die 73-Jährige aufsammelt, um Apfelmus zu kochen. "Das schmeckt besonders gut", weiß sie. Auch eingeweckt wird viel.

Vielleicht zeigen die Diebe doch noch ein bisschen Reue und bringen die gestohlenen Bäume und Sträucher wieder zurück, hegen die Beiden ein wenig Hoffnung. Sie werden auch ihre Gartennachbarn befragen und wollen sich besonders aufmerksam umschauen.

Zudem hat das Ehepaar bei der Sternberger Polizei Anzeige erstattet. Den entstandenen Schaden hat die Polizei auf ca. 530 Euro geschätzt.

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