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Dabeler Keglerin räumt ab : 15-jährige Pia Winkler haut alle um

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Die 15-jährige Dabeler Keglerin Pia Winkler räumt nicht nur bei Meisterschaften auf der Bahn ab, sondern auch mit einem dritten Rang bei der Sportlerumfrage der Schweriner Volkszeitung.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 09:53 Uhr

Dabel | "Ist Kegeln ein aussterbender Sport?" Nein - wenn es nach Pia Winkler geht. Die schlanke 15-Jährige mit den langen blonden Haaren und den großen Augen ist Vollprofi, wenn es um die Kegelkugel geht.

Die Dabelerin haut alle um. Sie hat in der letzten Saison alles abgeräumt was geht: Sie ist in ihrer Altersgruppe (B-Jugend) Deutsche Meisterin, gewann Gold im Doppel bei den Jugendsportspielen Mecklenburg-Vorpommern, räumte beim Deutschlandpokal mit der Mannschaft einen dritten Platz ab und ist im Beobachtungskader für die Nationalmannschaft. Der dritte Platz bei der am Dienstag ausgewerteten SVZ-Sportlerumfrage zeigt, nicht nur die sportlichen Leistungen stimmen: Die ruhige Jugendliche hat sich in die Herzen ihrer Umgebung "gekegelt".

An Pias Erfolg nimmt die ganze Nachbarschaft teil. Die Winklers werden sofort angesprochen, wenn Pia mal wieder in der Zeitung war, und haben selbstverständlich für ihre Keglerin abgestimmt. Auf der Arbeit baut Heidi Winkler auf das Verständnis der Kolleginnen. "Wenn wir Wochenendveranstaltungen haben, muss ich oft passen", erzählt sie.

Mutter Heidi ist wohl Pias größter Fan. Wenn Jugendliche bei sportlichen Höchstleistungen abheben, geht das nicht ohne die Familie. Der Urlaub mit dem Wohnwagen wird nach Turnieren geplant. Für die SVZ-Umfrage sammelte die Familie über 430 Stimmen ein. Zwei bis drei mal die Woche begleiten sie Pia auf die Kegelbahn des Sportvereins Dabel.

In der Saison ist jedes Wochenende ein Spiel, zu dem die Jugendliche gefahren werden muss. Meistens gibt es Fahrgemeinschaften mit dem Auto oder der Bahn. Pia kann sich auf beste Organisation verlassen, Mutter Heidi und Vater Heiko setzen im Gegenzug auf die Vernunft der Jugendlichen. "Wenn ich Pia in den Zug zum Trainingslager oder zu Spielen setze, vertraue ich ihr", sagt Heidi Winkler. "Tagsüber gibt es sowieso einen strengen Tagesablauf", berichtet Pia nüchtern von den Wochenenden auf den Kegelbahnen Deutschlands. "Natürlich gehen wir abends auch mal gemeinsam weg", relativiert sie.

Die Fotos, welche es von den Wettbewerben gibt, zeigen eine strahlende Jugendliche in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. "Die Stimmung ist unbeschreiblich", schwärmt sie. Die Kegler, das sind ihre Freunde - der sportliche Erfolg ihr Antrieb.

Seit der dritten Klasse kegelt Pia. Schnell merkte die Umgebung, dass in dem ruhigen, blonden Mädchen mehr steckt. Andere Vereine liehen Pia aus. Denn gute Keglerinnen sind in dem Männersport rar gesät.

Das Gealbere mit den Jungs beim Hobbykegeln, ging ihr auf die Nerven - sie spielt auf Leistung. Kegeln ist nicht der coolste Sport - aber eine der Besten zu sein, das ist cool!

So sehen es auch die Klassenkameraden. Dass ihre Mitschülerin so erfolgreich ist, beeindruckt - besonders die Jungs. Das sind meistens ja auch Sportler. "Ich bin schon ein Exot", ist sich Pia bewusst und stolz auf ihre Leistungen. Sie erklärt worauf es beim Kegeln ankommt: Kondition, Ausdauer und Nervenstärke.

Bei 250 Schub (Kegelwürfen) braucht sie Kraft bis zum Ende und Nervenstärke, wenn es nicht so gut läuft. Darum stehen auch Kraftsport und Laufsport auf ihrem Trainingsplan. Pia motiviert sich zum Training selbst, überredet die Eltern manchmal noch ein drittes Mal die Woche mit auf die Bahn zu kommen, um die Punkte aufzuschreiben.

Trainer Günther van Rüschen betreut sie von Teterow aus. Jetzt ist er schon 66 Jahre, er will durchhalten solange Pia noch spielt. Wahrscheinlich bis die Schule zu Ende ist.

So lange müssen auch die Winklers noch mitmachen. Manchmal sehnt Heidi Winkler die Zeit herbei: "Ich möchte am Wochenende auch mal machen, was ich möchte, zum Beispiel ein gutes Buch lesen. Und was sagt Pia: "Kannst du doch - auf der Bahn, wenn du die Punkte aufschreibst."

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