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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 22:34 Uhr

Pilzberatung : 14 Monate altes Kind mit Pilzvergiftung

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Witziner Kleinkind vergiftete sich. Die Pilzberaterin konnte einen Kartoffelbovist identifizieren, das Kind ist außer Gefahr.

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 16:25 Uhr

Herbstzeit ist bekanntlich Pilzzeit. Doch Vorsicht: Viele davon sind giftig! Diese Erfahrung musste auch eine Mutter aus Witzin machen.

Ihr Kind ist gerade mal 14 Monate alt und steckt sich noch
alles in den Mund. Kein Wunder also, dass der kleine Racker sich auch bei einem Bovist nicht zurückhalten konnte. Wahrscheinlich fand das Kind den giftigen Pilz auf dem Gelände einer Kita in Sternberg, in der es untergebracht ist. Das sei nicht ungewöhnlich, erklärt die Pilzsachverständige Irena Dombrowa aus Keez. „Gerade wenn die Kitas hübsche Biotope pflanzen, haben die Pilze gute Chancen zum Wachsen.“ Und wenn die allseits beliebten Birken gepflanzt werden, würden sogar „ruck zuck“ Fliegenpilze wachsen, wie sie weiß.

Bemerkt hat den Zwischenfall die Schwester des Kleinkindes. Sie sah, wie es auf etwas kaute. Später fand die Mutter den Pilz, von dem eine Seite abgebissen war. Sofort rief die besorgte Mutter die Giftnotzentrale an, die sich in Erfurt befindet und sie an die nächstgelegene Pilzsachverständige – in diesem Fall Irena Dombrowa – verwies. Sie fuhr dann mit Kind und Pilz von Witzin bis Keez, um den Pilz bestimmen zu lassen. Irena Dombrowa, die gerade von der Arbeit gekommen war und ehrenamtlich tätig ist, konnte schnell den Kartoffelbovist identifizeren. Sie rief sicherheitshalber den Rettungsdienst. Dieser stellte zum Glück nur eine leichte Pilzvergiftung fest. Dem Kleinkind geht es wohl wieder gut. Die Pilzsachverständige habe sich später bei der Mutter nach dem Zustand des Kindes erkundigt.

Da es auch aufgrund einer Verwechselung sehr schnell zu Vergiftungen kommen kann, rät Irena Dombrowa, sofort die Giftnotzentrale unter der Telefonnummer 0361 - 730 730 anzurufen. In der Umgebung oder zumindest im näheren Umkreis gibt es immer einen ehrenamtlichen Pilzsachverständigen, der einbezogen wird.

Und auch wenn bei der Bestimmung eines gesammelten Pilzes Unklarheit herrscht, ist ein Besuch beim Pilzsachverständigen angebracht. Denn manche der kleinen Hutträger sind giftiger als andere. Und dieses Risiko sollte niemand eingehen.

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