Warin : 130 000 Euro für neue Fischtreppe

<fettakgl>Das Wehr</fettakgl> an der Mühle ist marode. Geplant ist der Ersatz durch eine Fischtreppe. Ein Teil des Wassers soll über eine unmittelbar daneben liegende  neue, regulierbare Sperranlage abfließen. <foto>Michael Beitien</foto>
Das Wehr an der Mühle ist marode. Geplant ist der Ersatz durch eine Fischtreppe. Ein Teil des Wassers soll über eine unmittelbar daneben liegende neue, regulierbare Sperranlage abfließen. Michael Beitien

Die Stadt Warin beteiligt sich mit rund 130 000 Euro am Bau einer neuen Fischtreppe an der Mühle, die das marode Wehr ersetzen soll. Doch die Genehmigung durch den Landkreis steht noch aus.

svz.de von
20. März 2013, 10:05 Uhr

Warin | Die Stadt Warin beteiligt sich mit rund 130 000 Euro und damit einem Zehntel der Gesamtkosten am Bau einer Fischtreppe an der Mühle, die das marode Wehr ersetzen soll. Das haben die Stadtvertreter mehrheitlich beschlossen.

"Ich stimme dagegen, weil es einfach zu teuer ist", so Stadtvertreter Hans-Peter Gossel (Für Warin). Er sieht es als ärgerlich, dass im Zusammenhang mit dem Neubau die Wasserkraftanlage abgeschaltet wurde. Wolfgang Griese (Die Linke) hinterfragte kritisch eine Lösung für Paddler. Dieter Deutsch (SPD) enthielt sich: "Wir müssen einen öffentlichen Weg haben", forderte er. Er befürchtete, dass Urlauber und Kinder aus dem Ort nur aus der Ferne, aber nicht aus der Nähe beobachten können, wie diese Fischtreppe funktioniert.

Bürgermeister Michael Ankermann (CDU) betonte, die Stadt müsse angesichts des einsturzgefährdeten Wehres handeln. Er verwies auch auf den Vorteil einer 90-prozentigen Förderung des Umbaus. Als Barriere für Paddler sieht er nicht die Fischtreppe, sondern den Schutz der Bachmuschel. Laut Landeswassergesetz dürfe man auf den Bächen paddeln. Aus Gesprächen mit dem Eigentümer einer benachbarten Fläche, für die gerade ein B-Plan erarbeitet wird, wisse er, dass dieser nicht abgeneigt sei, Flächen für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, damit Interessenten an die Fischtreppe kommen. Der Investor plant hier Einzel- und Doppelhäuser. Auch Andrea Döring, Geschäftsführerin vom Wasser- und Bodenverband Obere Warnow und damit Bauherrin der Fischtreppe, zeigte sich gestern gegenüber SVZ zuversichtlich, dass man mit dem Eigentümer des Nachbargrundstücks eine solche Lösung finden kann.

Endgültig scheint hingegen das Aus für die Nutzung von Wasserkraft. Nach einem langen Rechtsstreit hatte sich der Eigentümer der Mühle in einer Mediation bereit erklärt, die Generatoren abzustellen. Das ist bereits vor mehr als einem Jahr passiert. Wie SVZ berichtete, gab es offensichtlich auch große Probleme, es unter einen Hut zu bringen, dass in Warin weiter Wasserkraft genutzt und gleichzeitig die Durchgängigkeit des Baches für Fische und andere Wassertiere hergestellt wird.

Der Wasser- und Bodenverband steht bereit, die Aufträge für die Fischtreppe in Warin auszuschreiben und dann mit den Arbeiten zu beginnen, so gestern Andrea Döring. Noch steht allerdings die Plangenehmigung durch den Landkreis aus.

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