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Deutschlandtour: Dabeler Kutsche erreicht Ziel : 13.30 Uhr am Kreuz der Zugspitze

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Es ist vollbracht! Gestern war Helmut Deutschkämer, der Postillion aus Dabel, am Ziel seiner spektakulären Deutschlandreise. Wo die Seilbahn zur Zugspitze hochgeht, wurden die vier Mecklenburger Stuten ausgespannt.

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erstellt am 02.Jul.2013 | 07:45 Uhr

Zugspitze/Dabel | Es ist vollbracht! Um 11.45 Uhr war Helmut Deutschkämer, der 61-jährige Postillion aus Dabel, gestern am Ziel seiner spektakulären Deutschlandreise. An der Station am Eibsee, "dort, wo die große Seilbahn direkt zur Zugspitze hochgeht", wurden die vier Mecklenburger Stuten ausgespannt. Von dort hieß es für ihn und seine elf Gäste: Hoch auf Deutschlands höchstem Gipfel… "Gegen 13 Uhr saßen wir in der Gondel, um 13.30 Uhr standen wir am Zugspitz’-Kreuz, runter ging es mit der Zahnradbahn." Nur Dieter Hubert aus Hohen Pritz, der die gesamte Tour den Begleit-Lkw steuerte, war bei den Pferden geblieben. "Er hat Probleme, wenn es unter ihm frei wird", wie es Deutschkämer formuliert.

Insgesamt 1286 Kilometer lagen hinter dem Mecklenburger, der am 1. Juni um 14.55 Uhr auf Rügen am Kap Arkona gestartet war. Unterwegs musste der Postkutscher "zwischen Leipzig und Meuselwitz sowie danach noch einmal im Raum Gera" wegen der Hochwasserfolgen jeweils Umwege in Kauf nehmen. Aber ansonsten ist "alles sehr, sehr gut gelaufen. Die akribische Vorbereitung hat sich gelohnt."

Das Tour-Highlight konnte und wollte Helmut Deutschkämer übrigens nicht benennen. "Nahezu auf jeder der 27 Etappen gab es eines. Unvergessen ist natürlich der Zwischenstopp auf dem Münchner Marienplatz. Aber die schönste Sache war sowieso, die Natur pur zu genießen - bei einer Reisegeschwindigkeit von 5 bis 12 km/h. Zudem regnete es nur an zwei Tagen."

Auch ist er mit seiner Kutsche über die neue Rügenbrücke gefahren. "Das durfte ich eigentlich gar nicht, habe auch schon einen kleinen Strafzettel von der Polizei. Aber das ist es mir wert!"

Nach dem großen Empfang am 1. Juli durch den Garmischer Oberbürgermeister "mit Sekt, Weißbier und Weißwurst" standen gestern abschließende 11,4 Kilometer an. Und die hatten es nochmals in sich. Es dauerte denn auch geschlagene drei Stunden. "Das war für die Pferde und den Postillion eine Höchstanstrengung, die Steigung betrug fast durchgehend 13 bis 15 Prozent. Wir machten denn auch vier Mal Pause, die Pferde haben da aus Gebirgsbächen getrunken, um neue Kräfte zu sammeln."

Helmut Deutschkämer hat indes Lunte gerochen und plant gedanklich bereits ein neues Postkutschen-Abenteuer: "In zwei Jahren, wenn genug Leute mitfahren wollen. Diesmal auf dem alten Hanse-Weg von Lübeck nach Königsberg."

Heute trifft er mit seinem Tross - die Pferde sind im Lkw - wieder in der Heimat ein. "Donnerstag kommt der Schmied, um den Pferden neue Eisen zu verpassen. Tags darauf habe ich eine Hochzeits-Fahrt in Parchim mit dem Vierspänner und am Wochenende geht’s zum Biedermeier-Sommermarkt nach Werben in Sachen-Anhalt."

Der Dabeler Postillion kennt einfach keine Ruh!

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