Sterbebegleitung: Nachfrage steigt

Der ambulante Hospizdienst "Christophorus" wird immer stärker in Anspruch genommen. In nur zwei Jahren hat sich die Zahl der Sterbe-Begleitungen verdoppelt. 40 Hospizhelfer sind im Landkreis Güstrow ehrenamtlich tätig.

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11. August 2009, 10:38 Uhr

Güstrow/Bützow | Acht weitere Frauen unterstützen jetzt das Team der ehrenamtlichen Hopizhelfer im Landkreis Güstrow. Sie absolvierten ein halbes Jahr eine Ausbildung. Die Verstärkung kommt dem ambulanten Hopizdienst "Chritophorus" der Caritas und des Diakonievereins Güstrows gerade recht. 40 Helfer sind im gesamten Landkreis Güstrow tätig. "Beruhigender wäre es, wenn es mehr wären", gesteht Heidi Hahnemann, die den Dienst als Koordinatorin leitet. "In Bützow haben wir zwei Helfer. Wenn die bereits eingespannt sind, muss jemand anderes weit fahren", gibt Hahnemann zu bedenken.

Besonders schwierig sei es an der südlichen Flanke des Landkreises von Krakow am See über Lohmen in Richtung Sternberg. "Ein weißer Fleck auf unserer Landkarte", sagt die Koordinatorin. Dabei hat sich die Zahl der Sterbebegleitungen in nur zwei Jahren verdoppelt. 2006 waren es 25, im vergangenen Jahr bereits über 50, und in diesem Jahr zählt Hahnemann in sieben Monaten bereits 30. "Mehr Menschen wissen vom ambulanten Hopizdienst", erklärt Hahnemann die Entwicklung. Immer häufiger erhalte man Anfragen über Ärzte, Sozialstationen, von Betroffenen oder deren Angehörigen.

"Hospiz- und Palliativversorgung sollte allen Menschen ermöglicht werden", wünscht sich die Koordinatorin. Dabei kennt sie auch die Befindlichkeiten im Kreise der Angehörigen. Manchem sei es peinlich, von außen Hilfe anzunehmen, oder er will den nahenden Tod eines geliebten Menschen nicht eingestehen.

Auf Reden und Zuhören will Hahnemann die Arbeit des Hospizdienstes nicht beschränken: "Es ist viel mehr. Es gibt viele andere Möglichkeiten, mit Abschiednehmen und Trauer umzugehen." So treffen sich am Wochenende Hospizhelfer, Betroffene und Angehörige zu einem Kreativseminar. Es gäbe viele Arten, sich mit Tod und Trauer ausein anderzusetzen.

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