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Lokales

18. November 2017 | 00:21 Uhr

Steine fliegen gegen Wahlkreisbüro der Linken

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2010 | 08:44 Uhr

Lütten Klein | Unbekannte haben in der Nacht zu gestern erneut ein Wahlkreisbüro mit Farbe und Steinen attackiert. Dieses Mal traf es die Vertretung des Landtagsabgeordneten der Linkspartei, Professor Wolfgang Methling, in Lütten Klein. Es ist bereits der 24. Anschlag in Mecklenburg-Vorpommern und der fünfte in Rostock in diesem Jahr. Die vermutlich aus der rechtsextremen Szene stammenden Täter beschmierten Eingangstür und Schild mit Farbe und warfen Steine gegen die Fenster im ersten und zweiten Stock. "Das müssen richtige Brocken gewesen sein", sagt Andreas Reinke, Methlings Wahlkreismitarbeiter. Das sieben Millimeter dicke Lärmschutzglas haben sie nicht ganz durchschlagen, dafür aber ein drei mal acht Zentimeter großes Loch in der äußeren Scheibe der Doppelverglasung hinterlassen. Zusätzliche Patroullien der Polizei zu den Wahlkreisbüros der Hansestadt während der Nacht konnten den neuen Anschlag nicht verhindern. Weitergehende Maßnahmen wie eine ständige Bewachung lehnt Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ab. Dadurch könnte das Verhältnis der Abgeordneten zu den Bürgern belastet und der Sinn damit ins Gegenteil verkehrt werden.

Reinke fordert, das Problem konsequent anzugehen. "Ignorieren hilft da nicht", sagt er. Das würde die Täter nur bestärken und der gesamten Demokratie Probleme einbringen. Denn gerade in den ländlichen Regionen überlegten es sich die Mitarbeiter in den Büros der demokratischen Abgeordneten zweimal, ob sie nach einer Attacke weiter ihrer Arbeit nachgehen sollten. Für ihn selbst sei Aufgeben keine Option: "Würde ich jetzt nachgeben, wüssten die Täter, dass ihre Taktik erfolgreich wäre."

Die Beschädigung im Eingangsbereich von Methlings Wahlkreisbüro entdeckte der Mitarbeiter eines Wachdienstes um 1.10 Uhr. Die mit grau-grüner Farbe gefüllten Beutel hatten eine Fläche von drei mal vier Metern verschmutzt. Eine Reinigungsfirma beseitigte die Farbe, nachdem der Zentrale Kriminaldienst Spuren am Tatort gesichert hatte. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizeiinspektion Rostock aufgenommen.

Methling warnt unterdessen vor einer Verharmlosung der rechten Szene. "Die NPD und sie unterstützende rechtsextremen Vereine und Organisationen müssen verboten werden", sagt er. Die Anschlagsserie sei ein weiterer Beleg dafür. Die Arbeit der NPD im Parlament sei zwar leicht zu enttarnen, das genüge aber bei Weitem nicht. Dass die Täter des neuesten Anschlags gefasst werden, ist unwahrscheinlich - in diesem Jahr wurde noch kein einziger Angreifer enttarnt. Mit neun Anschlägen sind die Büros der Linken nun zusammen mit denen der SPD das Hauptziel.

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