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Bürgermeister Holger Maty weiter mit Zweifeln : Steegen: Leise Hoffnung für die K 29

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Holger Maty, Bürgermeister von Pätow-Steegen, hat in den letzten Jahren wenig unversucht gelassen, um die leidige Sanierung der Ortsdurchfahrt endlich voranzubringen. 2012 soll nun der Ausbau beginnen.

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2011 | 06:12 Uhr

Steegen | Die Kreisstraße 29 könnte so eine schöne Straße sein, wenn es da nicht die rumpeligen Ortsdurchfahrten von Steegen und Warlitz gäbe. Der Rest der Strecke, die von Hagenow zur Bundesstraße 5 führt, ist im Gegensatz zu vielen anderen Kreisstraßen vorbildlich ausgebaut. Holger Maty, Bürgermeister von Pätow-Steegen, hat in den vergangenen Jahren wenig unversucht gelassen, um die leidige Sanierung der Ortsdurchfahrt endlich voranzubringen. Ein Adressat war der Petitionsausschuss des Landtages, der das Verfahren nun offiziell abgeschlossen hat. Ergebnis: Die geforderte Durchfahrtssperre für Lkw über 7,5 Tonnen gibt es nicht, weil die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen fehlen. Dafür verweist der Ausschuss auf den für 2012 geplanten Ausbaubeginn. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt müsse jedoch in drei Bauabschnitte geteilt werden, um den Eigenanteil des Landes zu sichern.

Petitionsausschuss bestätigt Ausbaustart für Steegen

Diese Aussage ist konkreter als das, was Maty bisher zu hören bekam. Und es bestätigt die Andeutungen aus dem für die Straße zuständigen Kreis, mit dem Ausbau im kommenden Jahr beginnen zu wollen. Peter Holm, Bürgermeister im benachbarten Warlitz, hat für seine nicht minder marode Durchfahrt 2013 als möglichen Starttermin benannt bekommen. Auch das ist ein Fortschritt, denn viele Jahre konnten den besorgten Bürgern überhaupt niemand sagen, wann denn mal gebaut werden wird. Der Grund ist einfach und erschlagend zugleich: Dem Landkreis fehlt schlicht das Geld für den Unterhalt seines Hunderte Kilometer umfassenden Straßennetzes. Im Bereich Hagenow hat es in den vergangenen Jahren gerade einmal zur Sanierung der Ortsdurchfahrt Kogel und zum schrittweisen Ausbau der Straße zwischen Lassahn und Kneese gereicht. Doch es ist kein böser Wille, der den Landkreis so agieren lässt, sondern schlichter Geldmangel. Bis zu 1,8 Millionen Euro soll die Sanierung der Steegener Durchfahrt Kosten. Geld, das der Kreis bisher nicht hat.Bürgermeister Maty bleibt daher trotz behördlicher Bestätigung vorsichtig. "Ich glaube erst daran, wenn wirklich gebaut wird. Und ich werde bis dahin nicht locker lassen", versprach der Bürgermeister im SVZ-Gespräch. Zu drängend ist das Problem bei 4100 Pkw und 120 Lkw am Tag, die Steegen passieren. Besonders schlimm wird es, wenn das Redefiner Gestüt wieder eine Großveranstaltung hat und alles den kürzesten Weg nach Redefin nimmt. Und der führt durch Steegen.

"Wir würden ja alles gleich mitmachen, Bürgersteige Straßenbeleuchtung, hinterher wird man Steegen nicht wiedererkennen", ist sich der Bürgermeister sicher. Doch allein wäre seine kleine Gemeinde mit der Aufgabe überfordert.

Kampf um die Ortsdurchfahrt dauert schon 17 Jahre

Mindestens seit 1994 kämpfen die Steegener um eine neue Durchfahrt, dazwischen gab es auch Jahre der Resignation, weil niemand mehr an die Baumaßnahme glaubte. Zu groß will Maty die Freude über die amtliche Bestätigung über den Baubeginn in 2012 auch nicht werden lassen. Im Hintergrund wirft die Kreisgebietsreform schon ihre Schatten voraus. Angesichts des Riesenkreises und der sicherlich auch an vielen maroden Straßen könnten die Steegener Probleme hinten runterfalle, befürchten nicht wenige. Maty, im Hauptberuf Polizist, sieht das nicht anders. "Ich bin Bürgermeister geworden, weil für das Dorf etwas bewegen wollte. Und die K 29 ist unser Hauptproblem. Am Ende der Legislaturperiode will ich mir nicht vorwerfen lassen, ich hätte nicht alles für den Ausbau unternommen."

Und so werden sich z. die Kreistagsfraktionen und anderer kommunale Politiker sowie Kandidaten auf Post aus Steegen einstellen müssen. Die K 29 soll auf der Prioritätenliste des Landkreis möglichst weit oben bleiben, auch im neuen Kreis. Nur was dringend ist, wird auch gefördert und nur mit Förderung kann die Sanierung überhaupt gestemmt werden. Und so müssen sich wohl auch die Landtagskandidaten der Region in den kommenden Wochen die Frage gefallen lassen, wie sie es mit der Förderung des regionalen Straßennetzes künftig halten wollen.

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