Steckt das BBZ in Schwierigkeiten?

Dr. Oliver Hermann
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Dr. Oliver Hermann

Heute tagt der Vorstand des Beruflichen Bildungszen trums (BBZ) der Prignitzer Wirtschaft. Vieles sprich dafür, dass diese Sitzung nicht von Routine bestimmt sein wird. In der Stadt machen Gerüchte zu diesem großen Bildungsträger die Runde.

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29. April 2009, 10:44 Uhr

Wittenberge | Die Rede ist beispielsweise davon, das BBZ hätte Mitarbeitern zwei Monate lang kein Gehalt gezahlt. Auch von außerplanmäßigen Zusammenkünften des Vereinsvorstandes wird gemunkelt. Ist der bedeutende Bildungsträger, der nicht allein in der Prignitz, sondern auch in Berlin, Stendal, Neuruppin, Brandenburg, Flecken Zechlin mit Bildungsstätten bzw. Schulen vertreten ist, in Schwierigkeiten? Müssen sich die rund 200 Beschäftigen, darunter etwa 120 am hiesigen Standort, sorgen?

Heinz Thiede, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes des BBZ, dementiert mit allem Nachdruck, dass die Mitarbeiter "zwei Monate" kein Gehalt erhalten hätten. "Das stimmt mit Sicherheit nicht, ist eine bewusste Fehlinformation." Thiede räumt Probleme ein, aber das sei in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise keine Schande. "Vor diesem Hintergrund arbeiten wir fleißig daran, dass Schiff wieder von der Sandbank zu bekommen." Die Geschäftsleitung sei mit allen Partnern im Gespräch, vor allem mit denjenigen, "die uns finanziell zur Seite stehen", beispielsweise den Hausbanken.

An die 100 Mitglieder der mittelständischen Wirtschaft überwiegend aus der Region zählt der BBZ-Verein derzeit nach eigenen Angaben. Auch die Stadt Wittenberge gehört dazu. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann ist als Vertreter Mitglied im Vorstand, "denn das BBZ ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region". Auf die Frage, ob es Grund zur Sorge gebe, reagiert er zurückhaltend: "Nicht ohne Grund tagte der Vorstand in den letzten Monaten häufiger."

Etwas deutlicher wird Torsten Diehn. Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft wird als Mitglied heute ebenfalls an der Vorstandssitzung teilnehmen: Er spricht von einem sicher nicht ganz gewöhnlichen Jahresabschluss, der heute vorgestellt werde. Denn "das BBZ schwimmt nicht gerade in Liquidität". Wenn der Vorstand, dessen Mitglieder ehrenamtlich agieren, informiert sei, "werden wir beraten und Empfehlungen geben." Wichtig ist Diehn die Feststellung, dass "die Situation schwierig, aber nicht absurd ernst und deshalb zu meistern ist".

Für Karsten Korup, in seiner Eigenschaft als geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" Mitglied im BBZ-Vorstand, steht es außer Frage: "Wir sind natürlich daran interessiert, dass der wichtige Bildungsträger hier dauerhaft erhalten bleibt. Deshalb engagieren wir uns und sind auch guter Dinge, dass es so bleibt." Auf Nachfrage versicherte Korup, er sei nicht von Mitarbeitern angesprochen worden, die ihm von ausstehenden Gehältern erzählten.

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