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Fraktionschef Albeck bestätigt zwei Fälle und warnt vor einer Vorverurteilung : Stasi-Verdacht in den Reihen der SPD

vom

Im Kreistag NWM sitzen neben dem Schönberger Michael Heinze (Die Linke) weitere Kommunalpolitiker mit einer möglichen Stasi-Vergangenheit. Dabei soll es sich um zwei Mitglieder der SPD handeln.

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2011 | 10:15 Uhr

Grevesmühlen | Im Kreistag Nordwestmecklenburgs sitzen neben dem Schönberger Michael Heinze (Die Linke) weitere Kommunalpolitiker mit einer möglichen Stasi-Vergangenheit. Nach SVZ-Informationen soll es sich dabei um zwei Mitglieder der SPD-Fraktion handeln. Die Sozialdemokraten stellen mit elf Abgeordneten die zweitstärkste politische Kraft im Kreistag - nach der CDU mit 13 Sitzen.

Der Fraktionschef der Sozialdemokraten im Kreistag, Christian Albeck, bestätigte Informationen über eine mögliche Stasi-Vergangenheit gegenüber unserer Zeitung. Gleichzeitig warnte Albeck davor, die Betroffenen in die Ecke von Spitzeln der Staatssicherheit der ehemaligen DDR zu drängen. "Aus meiner Sicht gibt es bei ihnen nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand keine Hinweise auf eine Tätigkeit als Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi", sagte Albeck auf SVZ-Anfrage. "Ich werde auf jeden Fall mit den beiden Fraktionsmitgliedern sprechen. Sie sollen selbst entscheiden, ob die Mitteilungen der Stasi-Unterlagenbehörde im Kreistag verlesen werden", so Albeck. Der heute 41-jährige SPD-Fraktionschef Albeck war Ende der 80er Jahre als einer von vielen um einen Studienplatz gebracht worden. "Damals hieß es drei Jahre Wachregiment ,Feliks E. Dzierzynski oder kein Studienplatz", verdeutlicht Albeck. Dieses Regiment galt als militärischer Arm der DDR-Staatssicherheit (MfS).

Mitglieder einer Ehrenkommission hatten Anfang dieser Woche in der Grevesmühlener Malzfabrik ihre Arbeit aufgenommen. Hinter geschlossenen Türen begannen sie Mitteilungen der Stasi-Unterlagenbehörde über mögliche hauptamtliche oder inoffizielle Stasi-Tätigkeiten von Kreistagsmitglieder zu sichten und auszuwerten.

Bei einer Überprüfung vorheriger Kreistagsmitglieder waren Kontakte der Stasi zu vier Abgeordneten benannt worden. So hatten zwei Kommunalpolitiker der Links-Fraktion und je ein Mitglied des Bauernverbandes und ländlicher Raum sowie der SPD Kontakte zur DDR-Staats sicherheit.

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