Stasi: Bewerber hält an Kandidatur fest

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23. November 2010, 09:02 Uhr

Gadebusch | Der parteilose Einzelbewerber Ulf Bartel will seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in Gadebusch trotz Stasi-Vergangenheit nicht zurückziehen. Das machte er während eines Kandidatenforums in Gadebusch deutlich. Vor 100 Zuhörern sagte Bartel im Feuerwehrsaal: "Ich glaube, dass ich unabhängig davon, was vor 20 bis 25 Jahren gewesen ist, sehr geeignet bin als Bürgermeister für diese Stadt." Es sei damals eine andere Zeit gewesen. Die Gadebuscher sollten selbst entscheiden, ob sie ihn als Bürgermeister haben wollten oder nicht. "Sie wissen um die Fehler, die ich gemacht habe in meinem Leben", sagte Bartel. Im Falle eines eventuellen Wahlsieges wolle er um seinen Amtsantritt kämpfen.

Bartels Stasi-Vergangenheit war von der potenziellen CDU-Landratskandidatin Christiane Münter aus Grevesmühlen während des Forums thematisiert worden. Unmittelbar zuvor hatte sie mit CDU-Kreischef Dr. Hans-Heinrich Uhlmann für kurze Zeit den Gadebuscher Feuerwehr-Saal verlassen und ihn gemeinsam wieder betreten. Ein Vorgang, der dem Feuerwehrchef Wolfgang Ziegler nicht verborgen geblieben ist. Er machte die 100 Forum-Gäste darauf aufmerksam und sagte: "Ich bin dagegen, dass diese Stasi-Diskussion hier weiter geführt wird. Sie wurde von anderen Personen, die nicht Gadebuscher sind, hier hineingetragen. Jeder Gadebuscher möge sich seine eigene Meinung bilden."

Nach seiner Kandidatur für die Bürgermeisterwahl war Bartel von seiner Vergangenheit eingeholt worden. Dabei wurde öffentlich, dass er in den 1980er-Jahren als Informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit unter dem Decknamen IM Klaus Schlosser tätig war. Neben Bartel stellen sich am Sonntag Ingrid Schafranski (CDU), Ulrich Howest (SPD) und der Einzelbewerber Gunnar Eichler der Bürgermeister-Wahl.

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