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Spatenstich im Rostocker Zoo zum einzigartigen Menschenaffenhaus : Startschuss für das Darwineum

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Ein Herzenswunsch tausender Rostocker geht in Erfüllung. Gorillamann Assumbo und die übrigen Menschenaffen des Zoos dürfen bald ihr vergittertes Gehege verlassen. Sie bekommen endlich ein neues Zuhause - das Darwineum.

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erstellt am 08.Jun.2011 | 07:31 Uhr

Gartenstadt | Ein Herzenswunsch tausender Rostocker geht in Erfüllung. Gorillamann Assumbo und die übrigen Menschenaffen des Rostocker Zoos dürfen bald ihr vergittertes Gehege verlassen. Sie bekommen endlich ein neues großzügiges Zuhause - das Darwineum. Mit dem gestrigen Spatenstich für das Menschenaffenhaus hat Zoodirektor Udo Nagel den ersten Schritt für das Mammutprojekt getan. Auch wenn auf der 20 000 Quadratmeter großen Fläche noch nicht viel zu sehen ist, gerät Nagel in Vorfreude auf das einzigartige Menschenaffenhaus. "Mit dem Darwineum wird gleichzeitig der Grundstein für den Wiedereinstieg in die Zucht und den Erhalt von Menschenaffen gelegt", sagt er. Im August 2012 soll das Darwineum fertiggestellt werden.

Dass dieser Verdienst nicht allein dem Zoo zu verdanken ist, weiß der Direktor. Schließlich stellt das Land aus EU-Fördermitteln 22,9 Millionen Euro für das Projekt bereit. "Das ist der höchste Betrag, den ich je überreicht habe", sagt Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). Weitere 4,4 Millionen hat der Zoo als Kredit aufgenommen und 1,1 Millionen an Spendengeldern gesammelt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 28,4 Millionen Euro. Damit die Kosten während der Bauzeit nicht aus dem Ruder laufen, rät Seidel, die Baustelle mit hohem Kostenbewusstsein zu überwachen.

Rohbau steht in drei Monaten

Bereits in drei Monaten soll der erweiterte Rohbau für die 5000 Quadratmeter große Tropenhalle stehen. Dazu gehört die Errichtung der Versorgungssysteme für Energie und Wasser. Noch in diesem Herbst will der Zoo das Foliendach für die Tropenhalle, die das Kernstück der Anlage bildet, installieren. Die Arbeiten an der 8000 Quadratmeter großen Außenanlage für die Gorillas und Orang-Utans laufen parallel. Damit Besucher während der Bauphase die Fortschritte des Darwineums erleben können, lädt Zoodirektor Nagel alle Interessierten ein: "Wir planen künftig öffentliche Veranstaltungen und Baustellenbesichtigungen." Dass die Besucher eine neue und einzigartige Attraktion im Rostocker Zoo erwartet, liegt Nagel sehr am Herzen. "Jährlich besuchen 12 000 Kinder kostenlos bei Schulprojekten unseren Zoo", sagt er. Mit dem neuen Anziehungspunkt, will Nagel die Zahl deutlich erhöhen.

Ursprünglich sollte der Baustart für das Darwineum im Frühjahr erfolgen. Doch aufgrund von Verzögerungen bei den europaweiten Bauausschreibungen verlagerte sich der Spatenstich vom März in den Juni. Zudem erhöhten sich durch den wirtschaftlichen Aufschwung die Kosten für das Projekt. Denn eigentlich sollte das Darwineum 27 Millionen Euro kosten.

Für Unmut bei einigen Bürgern sorgte der Zoo, als eine Fläche von vier Hektar im Barnstorfer Wald eingezäunt wurde. Damit wurden Spaziergängern und Läufern der Weg abgeschnitten. Aus den Betroffenen gründete sich die Bürgerinitiative "Rettet den Barnstorfer Wald". Derzeit prüft die Stadtverwaltung ein von ihnen eingereichtes Bürgerbegehren, indem sie den Baustopp fordern.

Entstehung der Menschen erleben

Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU), die das Begehren entgegen genommen hat, sieht das Darwineum als einmalige Gelegenheit, die Entwicklung der Menschheit zu erleben. Das Darwineum wird die ersten nachgewiesenen Lebensformen präsentieren und eine Exkursion in die Entstehungsgeschichte des Universums und des Menschen zeigen. Wissenschaftliche Partner des Projekts sind die Universität Rostock, das Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main, die Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie Lübeck sowie die Uraha Stiftung in Malawi.

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