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Lokales

14. Dezember 2017 | 07:30 Uhr

Start für Asphalt-Versuchsstrecke

vom

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erstellt am 13.Sep.2010 | 07:09 Uhr

Stolpe | Dirk Schröder misst im Abstand von 50 Metern immer wieder die Temperatur des Asphalts im Fertiger und nach dem Einbau. Die Differenz darf nicht zu groß sein. 205 bzw. 180 Grad - in Ordnung, bescheinigt der junge Mann von Zien-Schäfer-Ingenieurplanung Schwerin, der das Straßenbauamt die Bauüberwachung bei der Sanierung der A 24 zwischen den Kilometern 115 und 110 übertragen hat. In größeren Abständen stehen gleich neben dem neuen Fahrbahnbelag mit Asphalt gefüllte Assietten. "Das sind Vergleichsproben um festzustellen, ob das Mischgut die angeforderte Zusammensetzung hat", erklärt Renate Winkel, Oberbauleiterin im Auftrag des Straßenbauamtes Schwerin.

Gleich hinter der Raststätte Stolpe in Richtung Hamburg beginnt die Baustelle. Doch während der ebenfalls fünf Kilometer lange Abschnitt zuvor zwischen den Anschlussstellen Suckow und Parchim mit herkömm lichem Asphalt saniert wird, kommt bis zur Ausfahrt Neustadt-Glewe eine neue Mischung auf die Autobahn. Es ist die erste Versuchsstrecke mit diesem Material in MV. Der entscheidende Unterschied besteht in der Korngröße des Gesteinsanteils. Sonst sind es elf Millimeter, hier maximal fünf, weiß Eckhard Schulz von der Bau überwachung. Die spezielle, offenporige Mischung soll die Fahrgeräusche dämpfen. In anderen Bundesländern wurde der Belag schon mit positiven Ergebnissen eingebaut. Ein Reinfall wie beim so genannten Flüsterbeton auf der A 20 sollte sich nicht wiederholen. "Die neue Asphaltmischung ist allerdings noch in der Erprobung", stellt Renate Winkel klar. "Doch bei Neuruppin gibt es so einen Abschnitt, und da fährt es sich merklich leiser, habe ich selbst schon festgestellt", so die Diplomingenieurin, die in Rostock ein eigenes Büro betreibt.

Die Bauarbeiten erfolgen zunächst auf der Stand- und der Hälfte der linken, der so genannten Lastspur, damit die Gegenrichtung von Verkehrseinschränkungen verschont bleibt. Die Asphaltierung soll heute abgeschlossen werden. Der bröcklige Rand wird abgeschnitten, wie etwa in der heimischen Küche bei Blechkuchen, um einen sauberen Anschluss zu erhalten. Dann geht es an die Bankette und die Markierung. "Ist das fertig, wird umgespurt und die andere Hälfte begonnen. Wenn das Wetter mitspielt, könnte das noch Ende der Woche geschehen", hofft Renate Winkel. Mit der Gesamtfertigstellung rechnet sie in den letzten Septembertagen. Der Beginn der Asphaltierung hatte sich von Donnerstag, als es beinahe pausenlos regnete, auf gestern verschoben. Zuvor waren der schadhafte Belag abgefräst, eine Haftschicht aufgebracht sowie eine Probefläche angelegt worden. Denn auch für Strabag Schwerin ist die Versuchsstrecke eine Premiere.

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