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Lokales

23. November 2017 | 12:39 Uhr

Starke Konkurrenz für Super-Mario

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2010 | 05:40 Uhr

Brüel | Volksfeststimmung am Roten See in Brüel. Gesucht: der erste Landesmeister im Skispringen. Bedingungen: ein Rodelberg, eine kleine Schanze und eine Menschentraube im Auslauf, die die Springer aufgrund der Enge zu Notstürzen zwingt. "Wir wollen die hohe Kunst des Skispringen sehen", motiviert Moderator Baldur Beyer vom Witziner Inlineskating-Verein das Publikum: "Mit Telemark." Glühwein fließt reichlich.

Sieben Waghalsige sind gekommen, um - teils sprunguntrainiert - in die Brüeler Analen einzugehen. Birgit Göhler aus Witzin, einzige Frau am Start, schafft es auf fünf Meter Flug. "La Ola", feuert der Moderator an - immer wieder gehen die Arme der Zuschauer hoch, wenn ein Springer sich der Schanze nähert. Jörg-Peter Krüger, Hausherr am Roten See, versucht es und landet hart im Schnee. Der zehnjährige Louis Axmann aus Crivitz springt mit Snowboard weiter - Platz vier. Johann Nowack (13) rast mit Schlitten den Berg hinunter. Die Stimmung ist toll; die Organisatoren kündigen euphorisch für kommenden Sonnabend das nächste Springen an: "Schanzentournee am Roten See." Wenn das Wetter mitspielt. Eine Frau sagt: "Wenn die Witziner hier sind, ist immer was los."

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich Mario Koberstein (44) aus Brüel und Volker Wegner (49) aus Wittenburg. Stechen. Wegner lacht: "Ich habe vom Springen in der Zeitung gelesen", sagt er. Er wollte dabei sein. Wegner springt und steht 7,10 Meter. Das Publikum feuert Lokalmatador Koberstein an, der Moderator kündigt "Super-Mario" an. Anlauf, Jubel, Absprung - ein weiter Satz: Koberstein landet nach acht Metern, greift aber in den Schnee. Ungültig, erklärt die Jury und erntet laute Buh-Rufe aus dem Publikum. Dann korrigiert Baldur Beyer das Urteil: zwei Sieger. Diplomatie am Schanztentisch.

Denkste: Konkurrent Hans-Peter Schindler (48) aus Techentin ist erst einmal gesprungen. Er fordert Versuch zwei und drei - und steht tatsächlich die acht Meter. "Das war die Torte", erklärt der Moderator: die Prämie für den Sieger. Hans-Peter Schindler klopft sich den Schnee ab und lässt sich feiern. Ein Sportsmann: Früher habe er den Kampfsport Taekwondo betrieben, fährt heute noch Ski. "Das Springen macht Spaß", sagt Schindler. "Doch das nächste Mal müssen hier unten die Leute weg", fügt er an. Er sei sicher: Auch andere Springer hätten aus Respekt vor dem nahen Publikum ihre Sprünge frühzeitig abgebrochen. Die Brüeler Torte teilt der Sieger mit den Platzierten. Dann verrät er: Eigentlich stamme er vom Bodensee. Raunen in der Runde. Ist das gegen Mecklenburger fair?

Den ganzen Tag über gibt es Wintersport am Roten See. Auf dem Eis schießen Mannschaften den Puck ins gegnerische Tor, Kinder lernen Schlittschuhlaufen. Jörg-Peter Krüger erzählt einem Fernseh-Kamerateam, dass die Brüeler an diesem Ort seit Jahrzehnten tolle Feste feiern: "Events wird es hier immer geben." Dann steigt Krüger mit anderen auf kleine Pike-Schlitten, die mit einer Stange auf dem Eis vorwärts geschoben werden. Einige Male gibt es Bauchlandungen, die Zuschauer toben. Kurt Klöpping ist aus Plau angereist und schiebt gekonnt seinen Schlitten auf dem Eis vorwärts. Das Gefährt hat der Tischler selbst gebaut.

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