Stärke zeigen gegen rechts

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21. April 2010, 06:55 Uhr

Stadtmitte | Rostocker Vereine, Organisationen und Parteien haben sich zusammengeschlossen, um am 1. Mai mit einer Reihe von Initiativen ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus zu setzen. Zuvor hatte die NPD einen Aufmarsch am Maifeiertag angemeldet, zu dem rund 400 Teilnehmer erwartet werden. Sie wollen unter dem Motto "Freiheit statt BRD" durch den Nordwesten der Hansestadt marschieren und sich am Bahnhof Lütten Klein versammeln. Mit einer friedlichen Massenblockade und einem politisch orientierten Fest wollen viele Rostocker gemeinsam den Aufmarsch verhindern.

"1. Mai nazifrei - Vielfalt statt NPD" fordern die beteiligten Organisationen und laden zum politischen 1.Mai-Fest ins Fischerdorf, an der Schnittstelle zwischen Evershagen und Lütten Klein, ein. Zwischen 10 und 17 Uhr sind alle Rostocker dazu eingeladen, Stellung gegen rechtes Gedankengut zu beziehen, sich auf die eigentliche Bedeutung des "Tages der Arbeit" zu besinnen und mit Vertretern aus der Politik ins Gespräch zu kommen. Zu dem Fest werden rund 1000 Besucher erwartet, die sich an einem bunten kulturellen Angebot erfreuen und sich gleichzeitig an Ständen über politische Themen informieren können. Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig (SPD), hat ihren Besuch im Fischerdorf bereits angekündigt. Sie will sich mit den Rostockern solidarisch zeigen. Um 13.30 Uhr hält sie eine Rede über die Problematik des Rechtsextremismus.

Die Kreisvorsitzende der SPD Rostock, Dr. Ingrid Bacher, sagt: "Wir möchten die Lütten Kleiner nicht allein lassen und ihnen mit unserem Fest zeigen, dass wir als Stadt hinter ihnen stehen und uns gegen rechts stark machen." Neben dem Fest im Fischerdorf ist eine weitere Aktion geplant: Mit einer friedlichen Massenblockade soll der Aufmarsch der Rechten gestoppt werden. Julian Barlen von der Initiative "Endstation rechts" betont: "Es ist keine Gegendemonstration, sondern eine friedliche Blockade." Bereits jetzt haben sich viele Anhänger gefunden, die mit ihrer bloßen Anwesenheit die Straßen für die Rechtsextremen unpassierbar machen wollen. Bereits im Jahr 2000 konnte so ein Aufmarsch von Rechtsextremen in der August-Bebel-Straße gestoppt werden. Auch Mitglieder des antifaschistischen Bewegung haben sich an der Planung der Aktionen beteiligt und sich zu Gewaltfreiheit bekannt. "Sobald seitens der antifaschistischen Seite Gewalt ausgeht, sind die Polizisten dazu verpflichtet, die Rechten zu schützen", sagt Bacher. Die Organisatoren erwarten etwa 1000 Teilnehmer bei der Blockade.

Wie groß das Polizeiaufkommen in diesem Jahr sein wird, ist noch nicht öffentlich gemacht worden. Prof. Wolfgang Methling, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der Linkspartei Rostock, sagt: "Fakt ist, dass an diesem ersten Maiwochenende die Polizeieinsätze komplex sein werden und Unterstützung von außerhalb nötig wird, denn am 1. Mai ist der Aufmarsch der Rechten. Außerdem spielt am Tag darauf der FC Hansa Rostock im ausverkauften Stadion um den Klassenerhalt gegen Energie Cottbus. Auch hier sei ein erhöhtes Polizeiaufgebot gefragt.

Der Protest gegen rechts nimmt am 1. Mai viele Gestalten an. Darüber freut sich Torsten Sohn, Geschäftsführer der Initiative "Bunt statt braun". Er sagt: "Schon für den Vorabend des 1. Mai hat die Gemeinde der Lichtenhäger Dorfkirche ein Friedensgebet um 18 Uhr angekündigt." Ziel der Organisatoren ist es, möglichst viele Bürger zu mobilisieren. "Es nützt nichts, wenn die Leute in Lütten Klein vom Balkon aus das Geschehen verfolgen", so Barlen.

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