Städtebau: Gegenwind für Grützmacher

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01. August 2009, 08:32 Uhr

Goldberg | In der Stadt entwickelt sich der Streit um die neue Arbeitsgruppe zur Städtebauförderung langsam zu einem Dauerknatsch. Jetzt macht der Altstadtverein gegen Bürgermeister Peer Grützmacher mobil. Die CDU stellte sich hinter Grützmacher. Ihr Chef Marko Kinski fordert ein Ende des Streites.

Hintergrund des Konfliktes ist, dass die Stadtvertretung eine neue Arbeitsgruppe Städtebauförderung auf Druck des Schweriner Bauministeriums eingesetzt hat. Sie muss bis Ende Oktober ein Konzept zur Stadtentwicklung vorlegen. Sonst sind 290 000 Euro an Fördergeldern weg.

Thomas Wenzel vom Altstadtverein hielt Grützmacher vor, die Unwahrheit gesagt zu haben, wenn er behaupte, dass bei einer vor Jahren aktiv gewesenen Arbeitsgruppe zur Stadtentwicklung (ISEK) lediglich ein Sachstandsbericht als Ergebnis der Arbeit im Jahre 2006 herausgekommen sei.

In Wahrheit wurde damals unter maßgeblicher Mitwirkung der Arbeitsgruppe und zusammen mit dem Rahmenplaner und dem Sanierungsträger die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) erarbeitet, hieß es in einer veröffentlichten Stellungnahme von Wenzel.

Dieses Konzept wurde anschließend durch die Goldberger Stadtvertretung beschlossen und durch das Bauministerium genehmigt.

Die Arbeit der ISEK-Arbeitsgruppe wurde aber im Jahre 2007 anscheinend nicht fortgesetzt.

Jetzt soll eine neue Arbeitsgruppe Versäumtes nachholen, kritisierte Wenzel.

Dabei verstoße gerade die Ausladung der Fachleute und der Öffentlichkeit gegen eine vom Bauministerium gestellte Grundbedingung für die Bildung der neuen Arbeitsgruppe.

Der wahre Grund für den Verzicht auf die Mitwirkung von Sanierungsträgern und Rahmenplanern liege darin, dass die Fachleute seit Jahren zu den größten Kritikern der städtebaulichen Situation in Goldberg zählen.

Sowas werde aber, von wem auch immer diese Kritik kommt, in Goldberg regelmäßig als unzulässige Einmischung abqualifiziert, sagte Wenzel.

Seiner Ansicht nach lautet das traurige Fazit: Die Chance für einen Neuanfang habe Grützmacher grandios vertan, aber wer hätte ernsthaft etwas anderes in Goldberg erwarten wollen.

Der Stadtspitze warf Wenzel vor, durch ihr skandalöses und hinhaltendes Taktieren gegenüber dem Bauministerium und durch ihre extrem einseitige Tendenz zur wirtschaftlichen Stärkung der hiesigen Wohnungsgesellschaft zu Lasten der Altstadt immer wieder neue Probleme heraufzubeschwören.

Kinski rief die Parteien zur Einigung in Goldberg auf. "Wir sollen uns jetzt alle an einen Tisch setzen, auch die Opposition". Ziel müsse es sein, ein tragfähiges Konzept zu finden, das die Vorgaben des Bauministeriums erfülle, betonte der CDU-Chef von Goldberg..

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