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Lokales

20. September 2017 | 22:13 Uhr

Stadt will Flugplatz erhalten

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erstellt am 06.Jul.2011 | 07:20 Uhr

Perleberg | Der Nordteil des ehemaligen Militärflugplatzes steht zum Verkauf. Eigentümer sind die Bundesanstalt für Immobilien (BIma) und die Brandenburgische Bodengesellschaft. Der Aero-Club bot für die Fläche von 147 Hektar, inklusive der Landebahn mit, so die Aussage von Karsten Heilek, Vereinsvorsitzender. Sein Ziel: Selbst als Verpächter aufzutreten. Er liege mit der schon nachgebesserten Offerte aber noch deutlich unter den aktuellen Höchstgeboten, lautet die abschlägige Antwort (wir berichteten). Die Zukunft des Flug sports in der Kreisstadt sei damit ungewiss, befürchtet Heilek. In einem offenen Brief wandte sich der Verein an die Bundes- und Landesregierung, strebt Klage beim Bundesverfassungsgericht Karlsruhe und beim Landesverfassungsgericht in Potsdam an.

Gelinde gesagt mit Verwunderung reagiert die Stadt auf die Äußerungen und die Handlungsweise des Vereinsvorsitzenden. Redakteurin Doris Ritzka sprach dazu mit Bürgermeister Fred Fischer.

Warum sind Sie derart verwundert?

Fred Fischer: Seit die Idee des Solarparks aufkam, hat die Stadt planerisch alles unternommen, um neben einer wirtschaftlichen Nutzung den Erhalt und auch eine potentielle Entwicklung des Segelfluggeländes dauerhaft zu sichern. Wir sind zwar nicht Eigentümer des Areals, haben aber die Planungshoheit.

All das ist dem Vorsitzenden des Aero-Clubs bekannt?

Natürlich. Herr Heilek wurde durch die Stadtverwaltung und das beauftragte Planungsbüro Plankontor GmbH ausführlich darüber informiert, dass es keinerlei Veranlassung für die Annahme gäbe, dass ein Solarparkbetreiber das Segelfluggelände schlucken könnte.

Worauf gründet diese Sicherheit?

In der Änderung des Flächennutzungsplans und bei der Aufstellung des Bebauungsplanes des Solarparks wurde nach Abstimmung mit unterschiedlichsten Behörden und Institutionen der Abstand der geplanten Solaranlagen vom Rande der Start- und der Windenstartbahn auf 120 Meter Entfernung festgesetzt. Das liegt deutlich über dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 30 Metern und sichert auch eine Weiterentwicklung des Segelflugbetriebes. Die Stadt tut alles, was auf der Ebene der Bauleitplanung zum Erhalt des Segelfluggeländes getan werden kann. Insofern sind wir schon sichtlich verwundert, dass die Verantwortlichen des Aero-Clubs dieses nicht zur Kenntnis nehmen.

Der Verein befürchtet, dass letztlich irgendwann auch die Landebahn zur Solarfläche wird.

Ohne einen neuen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der dann das Segelfluggelände planerisch in ein Solarbaugebiet ändern müsste, kann niemand auf dem Segelfluggelände Solarmodule errichten. Wenn Herr Heilek öffentlich etwas anderes behauptet, negiert er wider besseren Wissens die gesetzlichen Grundlagen des Baugesetzbuches.

Starker Tobak an die Adresse des Vereins und seines Vorsitzenden.

Anders ist solche Reaktion nicht zu erklären, oder ist Herr Heilek der Auffassung, dass die Stadtverordneten im Bedarfsfall "eben schnell mal" ihre Meinung ändern und die Start- und Landebahn planerisch mit Solarmodulen bestücken?

Seitens der Stadtverwaltung weisen wir diese unterschwelligen Vorwürfe als vollständig grundlos zurück. Anstelle die Gerichte mit den Verkaufsentscheidungen zu beschäftigen, sollte Herr Heilek, sollte der Verein sich zu einer kooperativen Zusammenarbeit mit dem Solarparkvorhabenträger und der Stadt bereit finden, die dann für die Vorhaben des Flugsportes in Perleberg nur von Vorteil sein können.

Vielen Dank für das Gespräch

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