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Lokales

25. September 2017 | 04:44 Uhr

Stadt wächst in Richtung Wasser

vom

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erstellt am 01.Jun.2010 | 07:54 Uhr

Werdervorstadt | Großzügige grüne Promenaden am Wasser, attraktives Wohnen, neue Plätze und Wege sowie

eine lebhafte Szene - das sind Ideen für die Waisengärten der Zukunft. Die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern (LGE) hat als Besitzerin der 8,4 Hektar großen, ehemaligen Kirchenfläche einen Masterplan erarbeitet, der jetzt mit allen Beteiligten abgestimmt wurde. Die eigens gegründete Projektgruppe, in der u. a. Vertreter der ansässigen Kleingarten- und Wassersportvereine sowie die Bürgerinitiative mitarbeiteten, hat zum Masterplan Empfehlungen erarbeitet. Das Gesamtpaket soll jetzt den Stadtvertretern vorgelegt werden.

"Mein Ziel ist es, noch in diesem Jahr mit einem Beschluss der Stadtpolitik Klarheit für die Bebauung zu schaffen", sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Für LGE-Geschäftsführer Robert Erdmann ist es sogar denkbar, dass noch vor der politischen Sommerpause der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst wird.

Insgesamt will die LGE das Areal in drei Abschnitten erschließen. Der erste umfasst das Gelände hinter der ehemaligen Polizei bis hin zur Straße Am Werder. Der zweite das Areal dahinter bis an die künftige Uferpromenade. Der dritte schließt sich südlich der beiden an und erstreckt sich bis zum Beutel. Läuft alles nach Plan könnte die Erschließung im ersten Bauabschnitt bereits im kommenden Jahr beginnen, wo etwa 75 bis 100 der insgesamt 250 bis 300 Wohnungen in unterschiedlichen Gebäudetypen wie Stadthausreihen und Stadtvillen entstehen sollen.

Obwohl viel Grün erhalten bleiben soll - laut Planung wird nur 60 Prozent der Fläche bebaut - müssen Gärten weichen. Die ersten beiden sind Erdmann zufolge bereits der LGE übergeben worden. Die Pächter im ersten Bauabschnitt werden zum Jahresende ihre Kündigung erhalten. Betroffen sind laut Erdmann etwa 30 Gärten ganz und weitere 20 in Teilflächen. Alle diese Pächter erhalten eine Entschädigung, obwohl das rechtlich nicht nötig wäre. Für die verbliebenen Kleingärten verlängert die LGE die Pachtverträge um ein weiteres Jahr, verspricht der LGE-Geschäftsführer. Für den Wassersportverein Hackergraben garantiert die LGE den Standort, will aber perspektivisch eine neu gestaltete Struktur. Die Details seien noch zu klären.

Dass es nach jahrelangem Streit um die Zukunft der Waisengärten so weit kommen konnte, liegt vor allem an der transparenten Aufarbeitung der Pläne und der Einbindung der Projektgruppe unter Moderation des erfahrenen - und unabhängigen - Stadtplaners Dr. Volker Zahn. LGE-Geschäftsführer Erdmann bezeichnet die Gespräche als "konstruktiv und vertrauensvoll". Nach drei intensiven Beratungen hat die Projektgruppe nun die abschnittsweise Entwicklung der Waisengärten ebenso wie ein Empfehlungspaket verabschiedet.

Darin verankert sind solche Punkte wie Wohnungsangebote für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu schaffen, aber auch Naherholungs- und Freizeitnutzungen durch die Bewohner der Werdervorstadt und der Schelfstadt zu bieten. Außerdem soll nach dem Wunsch der Projektgruppe umweltfreundlich und energieeffizient gebaut werden. Der durchgängige Ufer-/Radweg soll zudem an das Geh- und Radwegenetz in der Nachbarschaft angebunden werden. Zur Qualitätssicherung schlägt die Projektgruppe Architektenwettbewerbe vor.

Damit trifft sie bei der LGE auf offene Ohren. "Wir werden schnellstmöglich Gespräche mit der Architektenkammer führen, um das vorzubereiten", sagt Geschäftsführer Erdmann, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass dafür ein vorheriger Stadtvertreterbeschluss die Grundlage sein muss.

Erste Gespräche mit potenziellen Investoren hat es Erdmann zufolge bereits gegeben. "Nach unseren Vorstellungen wird ein Quartier entstehen, das Schwerin als Stadt am Wasser weiter qualifiziert, alle Merkmale einer lebendigen und urbanen Kommune aufweist und sich nahtlos in die Umgebung einfügt", so Erdmann. Besonderes Augenmerk werde dabei auf die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit aller städtebaulichen Maßnahmen gelegt. Wie das alles im Detail aussehen könnte, sollen Investoren- und Architektenwettbewerbe klären. Die Teilnehmer an diesem Wettstreit können sich auch einem weiteren Anliegen der Projektgruppe widmen, das vermutlich eine große Herausforderung darstellt: Wenn möglich sollen am Ende einige Kleingärten im neuen Quartier erhalten bleiben oder neu geschaffen werden.

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