zur Navigation springen
Lokales

22. September 2017 | 10:14 Uhr

Stadt kassiert Kita-Eltern ab

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2011 | 06:26 Uhr

Östliche Altstadt | Die Eltern sind sauer: Seitdem die Stadt vor der Kita "Marie Bloch" in der Östlichen Altstadt absolutes Halteverbot und Anwohnerparken in der Straße Beginenberg eingeführt hat, erhalten sie regelmäßig Knöllchen. So wie Mandy Heider: "Ich habe schon drei Tickets kassiert, das sind jedes Mal 15 Euro." Dabei benötigt sie nur fünf bis zehn Minuten, um ihren vier Jahre alten Lukas sicher bei den Erzieherinnen abzugeben und nachmittags wieder abzuholen. Sein kleines Geschwisterchen wird ab September folgen.

Doch manchmal würden die Politessen bereits auf die Eltern warten. "Das Gefühl hat man wirklich, zum Teil stehen sie morgens schon hier und schreiben auf", so Heider. Hält sie dann trotzdem kurz an, kassiert sie im besten Fall ein unfreundliches "Sie wollen hier aber nicht stehen bleiben, oder?". Wenn es schlecht läuft, bekommt sie ein Ticket. Ausnahmen würden keine gemacht, obwohl den Eltern und ihren Sprösslingen kaum eine Alternative bleibt. Denn der einzige öffentliche Parkplatz in der Nähe ist ohnehin fast immer überfüllt. "Ich finde das unerhört - wo sollen wir denn parken? Wir bleiben ja keine fünf Stunden hier, sondern gehen nur kurz rein und geben das Kind ab", sagt auch Romy Jührendt.

Rund die Hälfte der insgesamt 100 Lütten wird mit dem Auto zur Betreuung gebracht. Lange Fußwege von einem Stellplatz mehrere Straßen weiter seien ihnen und ihren Eltern schon aus Zeitgründen nicht zuzumuten. "Es würde ja eine Be- und Entladefläche für zwei Pkw reichen", sagt Erzieherin Monika Manteufel. Das Problem: Die vorhandenen drei Parkplätze der Kindertagesstätte werden von den Mitarbeitern belegt, manchmal stehen dort auch Anwohner oder Besucher der gegenüberliegenden Pension. Eine Mitarbeiterin weicht ohnehin schon auf die Anliegerparkplätze in der Umgebung aus. Und das Kita-Gelände, auf dem eigentlich Platz für weitere Haltemöglichkeiten wäre, steht unter Denkmalschutz. Zusätzliche eigene Parkplätze kommen deswegen nicht infrage. Außerdem würde so die Spielfläche für die Kleinen beschnitten werden.

"Es kann nicht sein, dass die Eltern jedes Mal dafür bestraft werden, dass sie ihre Kinder bringen und abholen", sagt Evelyn Ziegler, die Leiterin der Kindertagesstätte. Aus ihrer Sicht würde schon ein eingeschränktes Halteverbot genügen, wie es früher einmal vorhanden gewesen sei. "Das würde helfen." Mit diesem Vorschlag hat sie sich auch schon an das Verkehrsamt gewandt, von dort aber bislang noch gar keine Reaktion erhalten. "Wir wollen wirklich nur ein kurzzeitiges Halten", sagt Ziegler.

Der Ortsbeirat Stadtmitte hat ihr auf seiner vergangenen Sitzung Hilfe zugesagt. "Wir werden uns das mit unserem Verkehrsausschuss vor Ort ansehen", sagt Vorsitzender Werner Simowitsch (Linke). Bis zu einer Lösung können aber noch einige Wochen vergehen. Die Eltern haben die Hoffnung mittlerweile aufgegeben: "Das Schild werden sie wohl nicht wegnehmen, das ist ja eine Einnahmequelle", sagt Mandy Heider. Sie könnte sich durchaus auch eine Art Kurzparkerticket mit Ausnahmegenehmigung für die betroffenen Eltern vorstellen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen